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01. Januar 2016

Silvesterlauf: Ein Märchen im Stadtwald

 Von 
Siegerpose: Tilahun Babsa gewinnt den Spiridon Silvesterlauf.  Foto: Michael Schick

Der aus Äthiopien geflüchtete Tilahun Babsa gewinnt den Spiridon Silvesterlauf in Frankfurt. Insgesamt kommen am Donnerstag 1984 Läufer – 682 Frauen und 1302 Männer – in den Frankfurter Stadtwald, um das Jahr sportlich zu beenden.

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Tilahun Babsa streckte den Zeigefinger in die Höhe, schickte ein Stoßgebet nach oben und lief dann mit geballten Fäusten als Erster über die Ziellinie an der Wintersporthalle. In 31:01 Minuten hatte der 18-jährige Äthiopier soeben die zehn Kilometer des 37. Silvesterlaufs des Frankfurter Sportvereins Spiridon absolviert. Es war ein „kleines Märchen“, wie es Thomas Rautenberg, der Vorsitzende von Spiridon formulierte, das sich am Donnerstag vor dem Stadion im Stadtwald abspielte.

Denn Babsa ist erst vor zwei Monaten nach einer Odyssee über das Mittelmeer und wochenlangem Fußmarsch aus Äthiopien in Deutschland angekommen und lebt in einer Turnhalle in Oberursel, die zur Flüchtlingsunterkunft umfunktioniert wurde. „Ich fühle mich gut“, sagte er immer wieder strahlend nach seinem Triumph. Nachdem er kurz durchgeschnauft hatte, fiel er als erstes Gebhard Kölli von der evangelischen Gemeinschaft Bad Homburg in die Arme, dann zwei weiteren Mitglieder der Gemeinde, die ein Schild für den 18-jährigen Äthiopier gebastelt hatten.

„Er besucht seit einigen Wochen unsere Gottesdienste“, sagte Kölli, der stellvertretender Gemeindeleiter ist. Dabei habe Babsa erzählt, dass er ganz gut laufen kann. Da der Pastor der Gemeinde Kurt Stenzel, den ehemaligen Langstreckenläufer und heutigen Trainer von Spiridon Frankfurt kennt, brachte er die beiden zusammen. „Er ist ein super Trainer“, sagt Babsa über Stenzel, der später ins Ziel kam und ihn sogleich umarmte.

Dreimal hatte der ehemalige Spitzenathlet und Marathonläufer mit Babsa in der Sporthalle Kalbach trainiert, „viel Gymnastik, Koordination und kürzere Läufe“, berichtet der 53-Jährige. Das unverkennbare Talent hat er sofort gesehen, Babsa war nach eigener Aussage semiprofessioneller Läufer in seinem Heimatland. „Nach der Flucht konnte er natürlich nicht viel trainieren“, so Stenzel. Er habe ihm geraten, einfach zu laufen und zu schauen wie weit es geht. Stenzel gab seinem Schützling Laufklamotten und Laufschuhe, die ihm zum Sieg tragen sollten.

Insgesamt 1984 Läufer – 682 Frauen und 1302 Männer – waren am Donnerstag in den Frankfurter Stadtwald gekommen, um das Jahr sportlich zu beenden. Darunter auch Ann-Kathrin Ziegler, die zum ersten Mal am Silvesterlauf teilnahm, aber eine Marathon-gestählte Läuferin ist. „Es war perfektes Laufwetter“, sagte die 27-Jährige. Zwar hatte es den ganzen Morgen geregnet, pünktlich zum Lauf jedoch aufgehört. Zudem, ganz wichtig für die Sportler, war es windstill. „Die Strecke war super mit ein paar fiesen, kleinen Steigungen“, so Ziegler. Mit ihrer Zeit von knapp 42 Minuten war sie auch sehr zufrieden.

Vollauf zufrieden war auch Thomas Wolff von den Bio Runnern Rhein-Main. „Wir haben unsere Läuferin Birgit Schreiber noch aufs Podest des Main Lauf Cups gebracht“, strahlte der Geschäftsführer von Querbeet. Der Silvesterlauf war der letzte Wertungslauf der 17 regionalen Veranstaltungen, in der Punkte für den Gesamtsieg gesammelt werden konnten. Bio-Läufer Steffen Kothe schaffte es auf den zweiten Rang bei den Männern. „Im Vordergrund steht aber der Spaß und die Fitness“, sagte Wolff. Wie in jedem Jahr stellte er mit seinem Team die Verpflegung, also jede Menge Bananen.

Davon bediente sich auch Tilhanun Babsa bevor er auf das Siegerpodest stieg. „Er ist jetzt so gut bei uns in der Gemeinde integriert. Er muss einfach hier bleiben“, sagte Gebhard Kölli. Er habe dem Leiter des Flüchtlingscamp in Oberursel bereits einen Brief geschrieben. „Ich will weiter mit Coach Kurt trainieren“, sagte Babsa und strahlte.

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