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Sparpläne in Frankfurt: Bereits Millionen investiert

Die Sanierung des Bolongaropalasts soll verschoben und neu überdacht werden.
Die Sanierung des Bolongaropalasts soll verschoben und neu überdacht werden.
Foto: Rolf Oeser

Für mehrere große Bauprojekte hat Frankfurt bereits Millionen investiert. Alleine für die Planungen des Stadthauses ist bereits etwa eine Million Euro ausgegeben worden. Hinzu kommen Kosten, weil geschlossene Verträge aufgehoben werden müssen.

Das teure Gutachten zu den Grundwasserströmen im Sachsenhäuser Museumspark hat Kulturdezernent Felix Semmelroth gerade noch gestoppt. Doch viele andere Kosten für den dort geplanten Neubau sind längst entstanden. „Eine siebenstellige Summe“, sagt der CDU-Politiker, habe die Stadt für die geplante Erweiterung des Museums der Weltkulturen schon ausgegeben. Der Leiter des Hochbauamts, Hans Jürgen Pritzl, spricht von 600.000 Euro. Doch die schwarz-grüne Stadtregierung hat das Projekt jetzt zurückgestellt.

Bei den anderen großen Bauprojekten ist die Situation kaum anders – neben dem Museum der Weltkulturen betrifft es den Umbau des Bolongaropalasts und das Stadthaus am Dom. Im Namen der Dom-Römer GmbH, die für das Stadthaus den Bauantrag bereits gestellt hat, sprach Geschäftsführer Michael Guntersdorf gegenüber der FR von „einem Desaster“. Das Stadthaus sei mit dem geplanten Altstadt-Ensemble „eng verflochten“.

Hier wird der Rotstift angesetzt

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Guntersdorf bietet an, die 20 Millionen Euro, die die Stadtregierung meint durch Verzicht auf das Stadthaus streichen zu können, bei der Bauaufgabe an anderer Stelle einzusparen – „indem manches ein bisschen kleiner ausfällt oder durch den Verzicht auf Details“. Ein Loch von 285 Millionen soll im städtischen Haushalt insgesamt ausgeglichen werden.

Museum wieder auf die Tagesordnung setzen

Beim Museum soll das Geld aber nicht umsonst geflossen sein. Kulturdezernent Semmelroth will kämpfen. „In zwei bis drei Jahren“ möchte er das Projekt wieder auf die Tagesordnung im Römer setzen. Bis dahin soll sich das Berliner Architekturbüro Kuehn/Malvezzi, das seinerzeit den Wettbewerb für die Erweiterung gewonnen hatte, weiter mit den Details beschäftigen. Wenn dafür Geld vorhanden ist – denn die kompletten Planungsmittel von 6,3 Millionen Euro hat die Haushaltskommission gerade gestrichen.

Nachdem die erste Kostenschätzung von 80 Millionen Euro CDU und Grüne geschockt hatte, arbeiteten Fachleute von Hochbau- und Kulturamt gemeinsam mit den Architekten über Monate daran, die Ausgaben zu drücken. „Wir sind jetzt unter 65 Millionen Euro“, sagt Semmelroth. Die Nutzfläche im neuen Museum wurde um 1300 Quadratmeter auf 4900 verringert – alles vergeblich.

Weniger Bäume müssen gefällt werden

Semmelroth behauptet, für das kleinere unterirdische Museum müssten jetzt nur noch „wesentlich weniger als zehn“ Bäume gefällt werden – statt der bisher von den Projekt-Gegnern befürchteten 43. „Diese Zahl ist immer eine Legende gewesen.“

Keine Legende sind neben den Kosten für Planungswerkstätten und Entwürfe für den Bolongaropalast auch die Summen, die bereits in den abgesagten Bau des Stadthauses geflossen sind. Wie es bei der Dom-Römer GmbH heißt, sei für Planungen bereits etwa eine Million Euro ausgegeben worden. Hinzu kommen Kosten, weil schon geschlossene Verträge mit Ingenieuren und Architekten aufgehoben werden müssen.

Noch dramatischer könnten sich allerdings geringere Einnahmen aus dem Verkauf der anderen Altstadt-Häuser auswirken. Bliebe das Areal doch länger eine Baustelle als bislang immer erklärt, könnte das eine Preisminderung nach sich ziehen – bei nur zehn Prozent wären das Mindereinnahmen von drei Millionen Euro.

Geradezu gering nimmt sich dagegen die Konsequenz aus, eine Auszeichnung der Kulturstiftung Amexcon womöglich zurückgeben zu müssen. Die Dom-Römer GmbH hat von ihr bereits etwa 60.000 Euro erhalten, weiteres Geld sollte folgen. Wird das Stadthaus nun doch nicht gebaut, ist auch dieses Geld weg.

Autor:  Claus-Jürgen Göpfert, Felix Helbig und Claudia Michels
Datum:  14 | 2 | 2012
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