Einen Moment bevor das Segelboot droht das Ufer zu berühren springt die fünfköpfige Crew von Backbord nach Steuerbord und die Fahrt geht in Richtung Frankfurter Uferseite weiter. Beim BMW Sailing Cup westlich der Friedensbrücke kommt das windige Wetter gut an. Leicht abseits vom Trubel des Museumsuferfests versuchen die Segler die Luftschübe bis in den letztmöglichen Winkel zu nutzen.
Es ist kurz nach 12, das Fest erwacht gerade erst. In den Museen sind die Führungen schon gut besucht, auf dem Schaumainkai spazieren die ersten Besucher zwischen den Ständen umher, nur am Ufer, dort wo am Vorabend noch die wettergestörte Party stattfand, regt sich kaum etwas. Die Tische werden abgewischt, alles auf den erwarteten Ansturm vorbereitet. Über 100 Kilogramm Kartoffeln liegen neben dem Chipsstand bereit, zu kaufen gibt es aber noch nichts.
Nur auf dem Wasser ist schon eine Menge los. Sportdezernent Markus Frank ist eigens gekommen, um den Startschuss für die zum dritten Mal im Rahmen des Museumsuferfests stattfindende Segelregatta zu geben. 90 Teilnehmer, aufgeteilt in 18 Teams à fünf Mann versuchen einen Startplatz beim Finale des Siling Cups in Hamburg zu ergattern. Frank schießt, doch es passiert erstmal nichts. „Das war nun der Startschuss - und keiner hat es gemerkt“, kommentiert es der Moderator von Sponsor BMW. Beim zweiten Versuch hören die Boote dann jedoch zu und es geht los. Die Segel knattern und die Boote fahren wild durcheinander, nehmen aber so langsam Fahrt auf. Der Dezernent ist zufrieden, spricht gar von einer „Spitzensportveranstaltung“. Die ist es auch fast. Denn die Teilnehmer, die gemeinsam in einem Boot sitzen kennen sich kaum, jeder musste sich einzeln bewerben, dann wurden die Teams zusammengesetzt. Bei einer echten Teamsportart ist das Fahren dann gar nicht so einfach.
Leicht tun sich dagegen die Besucher des Fests, die sich für eine Fahrt mit dem Speedboot von Jens Nimmerrichter angemeldet haben. Mit bis zu 120 Kilometern pro Stunde brettert der 34-Jährige über den Main. Die vornehmlich männlichen Fahrgäste jauchzen. „Was das Boot auszeichnet, sind die Steilkurven und die Sprünge“, sagt Nimmerrichter. Und die haben es tatsächlich in sich. Das Boot scheint über das Wasser zu fliegen, zumindest zu springen. „Und immer schön mitspringen“, ruft Nimmerrichter den Mitfahrern zu, bevor er richtig Gas gibt. Normalerweise kostet so eine fünfzehnminütige Fahrt 60 Euro, doch beim Museumsuferfest gibt es Gratisfahrten mit dem rasanten Schnellboot.
Am Nachmittag setzt dann langsam der erwartete Regen ein, doch trotz des eher mauen Wetters füllt sich der Bereich um die Fressstände und Bühnen so langsam. Die Kartoffeln liegen mittlerweile in, zugegebener Weise ziemlich heißem, Wasser. Die meisten Besucher lassen sich vom Regen nicht abschrecken. Auch die Fahrer in den Drachenbooten ziehen ihre Wettkämpfe, die schon am Vormittag begonnen haben, weiter durch. Wasser scheint in jedem Fall das Hauptelement des diesjährigen Festes zu sein, ob vom Himmel oder zwischen den Ufern.
Alle reden vom Museumsuferfest – die Verkehrsgesellschaften bringen die Gäste hin. U- und Straßenbahnen werden mit erweitertem Angebot anrollen, S-Bahnen und Nachtbuslinien planen zusätzliche Fahrten ein, teilen RMV, VGF und Traffiq mit.
Im Einzelnen: Die U-Bahn linien 1 bis 5 und 8 und die Straßenbahnen 15 und 16 bekommen fürs Wochenende einen dichteren Takt und sind länger unterwegs. Der 30er Bus fährt bis Betriebsende über den Börneplatz hinaus bis zum Hainer Weg.
Nachtbusse starten an der Konstablerwache in fast alle Richtungen: Samstag- und Sonntagfrüh zwischen 1.30 und 3.30 Uhr, zusätzlich auf den Linien N1, N4, N5, N7, N8 um 1.45 und 2.15 Uhr.
In Offenbach starten die Nachtbusse 65 und 66 dann erst um 2.05 in Richtung Ober-Roden, um Anschluss an die S-Bahn8 zu halten.
Einen Umweg wie zu Flohmarkt-Zeiten fährt die Museumsufer-Buslinie 46 bis Montag; dafür aber zwischen Europaviertel und Mühlberg am Samstag und Sonntagmorgen bis 1 Uhr früh.
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