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City-Triathlon: Sprint auf dem Holland-Rad

Gute Stimmung, zufriedene Sportler: Der City-Triathlon feiert eine gelungene Premiere.

Runter vom Rad, rein in die Laufschuhe. Die Triathleten beim zweiten Wechsel.
Runter vom Rad, rein in die Laufschuhe. Die Triathleten beim zweiten Wechsel.
Foto: Michael Schick

Natürlich muss die Frage kommen. So fit wie Michael Hürtgen nach drei Stunden und 23 Minuten noch aussieht. Der Hobbysportler hat die olympische Triathlon-Distanz bewältigt: 1500 Meter Schwimmen im Langener Waldsee, 43 Kilometer Radfahren, den Großteil der Strecke am Mainufer entlang, und zum Schluss zehn Kilometer Joggen durch die Frankfurter Innenstadt. Und nun? Läuft Hürtgen nach seinem erfolgreichen Triathlon-Debüt im Sommer nun auch den Ironman, bei denen die Distanzen bis zu viermal so lang sind? „Um Gottes Willen“, sagt der Triathlet zu seinem Anhang, „dazu müsste ich 15 Kilo abnehmen.“ Michael Hürtgen zeigt auf seinen Bauch, zieht dann ein T-Shirt mit der Aufschrift „So sehen Sieger aus“ über. Alle lachen.

Es herrscht eine schöne, eine entspannte Stimmung am Sonntagmittag an der Hauptwache. Dort befindet sich das Ziel des ersten City-Triathlons in Frankfurt. Nach und nach trudeln die mehr als 2500 Athleten ein. Gut die Hälfte von ihnen hat sich wie Michael Hürtgen auf die olympische Distanz gemacht. Der Rest trat beim sogenannten Jedermann-Rennen an: 400 Meter Schwimmen, 13 Kilometer auf dem Rad und fünf Kilometer Joggen durch die Innenstadt.

„Du bist hamma, wie du dich bewegst in dei’m Outfit, hamma! Einzigartig. Unglaublich. Hamma.“ Der Hit von Culcha Candela schallt in dem Moment aus den Lautsprechern an der Hauptwache, als Jessica Schulze-Bentrop ins Ziel läuft. Die US-Amerikanerin mit Wohnsitz in Gießen hat rund zwei Stunden für die Jedermann-Distanz gebraucht, und sie ist einfach nur glücklich. „Das war mein allererster Triathlon, und es war super, ich hatte so viel Spaß dabei.“

Spaß hatten allerdings auch die übrigen Triathleten, als sie Schulze-Bentrops Rad sahen, mit dem sie die Strecke vom Langener Waldsee in die Innenstadt zurücklegte: ein klassisches Holland-Rad. In den Teilnahmebedingungen hieß es ausdrücklich, dass man mit Fahrrädern aller Art starten darf. Die allermeisten Triathleten hatten aber schon Rennräder dabei.

Frankfurt City Triathlon

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Doch die Amerikanerin hielt sich wacker auf dem Freizeitrad. Und zumindest sei ihr auf diesem Teil der Strecke nicht so kalt gewesen wie im Langener Waldsee. „Die beste Disziplin war aber das Laufen“, sagt Schulze-Bentrop, die rund einen Monat intensiv für den Wettbewerb trainiert hat. „Wir wurden von den Zuschauern angefeuert, das war genial.“ Tatsächlich stehen am Sonntagvormittag einige Menschen an der Laufstrecke, die vom Goetheplatz kreuz und quer durch die City führt. Die meisten feuern Freunde und Angehörige an. Auf einem Transparent heißt es, dass ein gewisser Peter abends ein sehr großes Schnitzel gebraten bekommt, wenn er durchhält.

An der Hauptwache riecht es gegen 11 Uhr nicht nach Schnitzel, sondern ganz extrem nach Wurst. Vor allem die Currywürste duften 30 Meter gegen den (leichten) Wind, der den Athleten auf der Strecke eine Abkühlung beschert. Die Bude, an der es die Würste gibt, steht am Eingang zur Diskothek U60311. Viele Triathleten stärken sich dort nach dem Rennen. „Man muss nach dieser Distanz immer etwas Fettiges essen“, sagt einer der Teilnehmer. Es klingt ein wenig kleinlaut, wie eine Rechtfertigung. Wie auch immer, die Wurst schmeckt.

Kalli Flach widersteht der Versuchung, sich auch eine zu holen. Mit 72 Jahren ist er der älteste Teilnehmer auf der olympischen Distanz. 3:20 Stunden braucht er. Flach ist zufrieden. Unter den 300 Triathlons, die er bewältigt hat (darunter der allererste Triathlon in Deutschland, 1982 in Köln), waren schon welche, bei denen er schlechter in Form war.

Die Premiere des City-Triathlons in Frankfurt sei geglückt, befindet der Experte: „Die Stimmung war gut.“ Was bleibt, ist auch an ihn die Frage: Starten Sie beim nächsten Ironman? Nein, sagt Flach. Fit genug sei er zwar schon, und die Distanz hat er auch schon mehrfach gepackt, zuletzt vor zwei Jahren. „Aber das Startgeld ist mir einfach zu teuer.“

Autor:  Georg Leppert
Datum:  5 | 9 | 2010
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