Das Thema schlägt immer wieder Wellen. In dieser Woche kritisierte Eintracht-Trainer Armin Veh erneut öffentlich die seiner Meinung nach zu hohe Stadionmiete, die der Fußball-Bundesligist an die Stadt zahlen müsse. Sportdezernent Markus Frank zeigte sich irritiert − vor allem davon, dass die zehn Millionen Euro, die in dem Zusammenhang kursieren, immer wieder auftauchten. Von dieser Summe könne gar keine Rede sein. „Ich weiß nicht, wie man darauf kommt“, betonte Frank.
Fakt sei, dass die Eintracht im Schnitt 7,5 Millionen Euro Stadionmiete an die Stadt zahle; der bisherige Höchstbetrag belief sich in der Saison 2006/07 auf 8,5 Millionen Euro. Die Unterschiede ergeben sich vertragsgemäß aus den Zuschauerzahlen. Je mehr Fans die Fußballprofis anziehen, je öfter sie in ihrer Heimspielstätte auflaufen, desto höher die Einnahmen und damit die Abgabe an die Stadt. Das wurde damals, vor Inbetriebnahme der Arena, so festgeschrieben. Mit den Zahlungen über einen Zeitraum von 15 Jahren und damit bis 2020 wird die Hälfte der etwa 200 Millionen Euro Gesamtkosten refinanziert, die der Neubau kostete; den anderen Teil deckten Zuschüsse.
Das Waldstadion wurde 1925 gebaut und mit der ersten und einzigen Arbeiter-Olympiade eröffnet.
Das erste Spiel im Waldstadion findet am 21. Mai 1925 statt - und endete bitter. Der FSV Frankfurt, in den 20er Jahren Hauptnutzer der Arena, verlor gegen den 1. FC Nürnberg 0:1.
Foto: dpaIn dem Betrag enthalten sind die Betriebskosten, die bei höherer Auslastung steigen. „Sozusagen eine All-inclusive-Miete“, sagt Frank. Für die Räume der Geschäftsstelle und des IT-Bereichs, die die Eintracht im Stadion zusätzlich angemietet hat, sowie den Fanshop, das Museum und die Trainingsflächen muss sie extra zahlen. Das seien aber keine Millionenbeträge, heißt es aus dem Büro des Sportdezernenten.
Durch den sportlichen Erfolg ist es dem Bundesligisten gelungen, seinen Erlös in den vergangenen sechs Jahren im Vergleich zu ursprünglichen Planungen um 50 Millionen Euro zu steigern, die Stadt profitierte davon mit Mehreinnahmen in Höhe von zehn Millionen Euro.
In der aktuellen Spielzeit wird die Miete um 500.000 Euro reduziert. Der Grund dafür sei „eine Geschäftsidee“, so Frank. Eine Bande mit bewegten Bildern, die von einem Sportrechtvermarkter erworben wurde, garantiere entsprechende Mehreinnahmen, und die wiederum erlasse die Stadt der Eintracht.
Der Bundesligist selbst, aber auch jeder andere kann laut Frank somit dazu beitragen, dass die Miete weiter reduziert wird. Man müsse nur kreative, „intelligente Ideen“ haben, mit denen sich der Erlös aus den Spielen steigern lasse. „Wir sind dafür offen“, betonte Frank.
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