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24. Januar 2013

Stadtgeschichte: Die Ritter der Koselburg

 Von Lukas Gedziorowski
Ins Erdgeschoss der Koselburg zieht eine Krabbelgruppe ein. Foto: Hartung

Bei der Sanierung des ehemaligen Studentenwohnheims im Frankfurter Nordend wird die Vergangenheit sichtbar. Handwerker legen ehemals verdeckte Blumenmalereien frei. Deren Schönheit hat ihren Preis. Ihre Restaurierung wird viel Geld kosten.

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Bei der Sanierung des ehemaligen Studentenwohnheims im Frankfurter Nordend wird die Vergangenheit sichtbar. Handwerker legen ehemals verdeckte Blumenmalereien frei. Deren Schönheit hat ihren Preis. Ihre Restaurierung wird viel Geld kosten.

Eine echte mittelalterliche Burg ist sie nicht. Mit dem Mittelalter hat die Koselburg nicht viel zu tun, außer dass ihr Baustil, die Neogotik des 19.Jahrhunderts, sich am Mittelalter orientiert. Seit über einem Jahrhundert ist die Koselburg Teil des gründerzeitlichen Nordends, in direkter Nachbarschaft zur Kirche St. Bernhard, ein halbes Jahrhundert lang diente sie als Studentenwohnheim. „Der Begriff Koselburg hängt mit dem Heim zusammen“, sagt Stadthistoriker Björn Wissenbach. Er selbst hat seine Erstsemesterfete in ihrem Keller gefeiert. Das war vor zwanzig Jahren.

Im Februar 2009 ist diese Ära vorbei. Veränderungen stehen der Koselburg bevor. Seit einem Jahr baut der Gesamtverband Katholischer Kirchengemeinden das Gebäude um. Im Unter- und im Erdgeschoss entsteht eine integrierte Krabbelstube für 22 Kinder, in die drei Obergeschosse kommen drei Wohnungen. Während eine davon frei vermietet wird, soll in den beiden anderen Etagen betreutes Wohnen stattfinden. Jeweils drei Menschen mit leichten Behinderungen sollen hier künftig zusammenleben. Träger wird das Haus der Volksarbeit sein.

Bauleiterin und Architektin Elvia Barone Reiniger legt Wert auf die ursprüngliche Gestalt der Räume, vor allem im Untergeschoss, wo einst eine Kapelle eingerichtet war. Dort wurden nicht nur die im Laufe der Zeit verkleideten Drillings- und Zwillingsfenster freigelegt, an der holzverkleideten Decke wurden auch Originalmalereien entdeckt. Noch ist wenig von den Blumenmustern zu sehen, doch zur Eröffnung sollen sie restauriert sein.

Weil die Kosten dafür nicht im Rahmen der ursprünglich geplanten Sanierung liegen, bittet die Gemeinde St. Bernhard zusammen mit dem Gesamtverband und den Freunden Frankfurts um finanzielle Unterstützung. „Spender bekommen eine Plakette mit der Aufschrift Ritter der Koselburg“, sagt Doris Wiese-Gutheil vom Gesamtverband.

Erbaut ist die Koselburg nach Plänen des Limburger Diözesanbaumeisters Max Meckel. Am 29.Juli 1892 wurde das Gebäude eröffnet, als St. Josephs Krankenhaus der Dernbacher Schwestern. Es spezialisierte sich auf Augenkrankheiten und -operationen. Doch weil die 90 Betten bereits vier Jahre später als zu wenig erachtet wurden, löste im Jahr 1907 das Marienkrankenhaus die Klinik in der Koselstraße ab.

Im gleichen Jahr wurde die Bernharduskirche geweiht, damit war auch die Hauskapelle im Erdgeschoss der Koselburg, die von Katholiken für Gottesdienste genutzt wurde, überflüssig. Das Gebäude diente der Gemeinde fortan als Pfarrhaus.

Während im Zweiten Weltkrieg die benachbarte Kirche stark beschädigt wurde, überstand die Koselburg die Bombenangriffe unbeschadet. In den 60er Jahren diente sie als ambulante Pflegestation, Kindergarten und als Studentenwohnheim. Letzteres zunächst nur provisorisch, ab 1966 ständig für die Studenten der Ingenieurschule, mit Clubräumen im Keller und 15 Zimmern in den Obergeschossen. Ab April 2013 sollen hier wieder Kinder spielen.

Einen Vortrag über die Koselburg hält Stadthistoriker Björn Wissenbach am Mittwoch, 30. Januar, in der Kirche St. Bernhard, Koselstraße 11-13. Beginn: 19 Uhr. Der Eintritt ist frei, um eine Spende für die Koselburg wird gebeten.

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