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Frankfurt
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10. März 2011

Stadtplanung: Tumult um Taunus-Turm

 Von Claus-Jürgen Göpfert und Claudia Michels
So soll der Taunus-Turm 2013 aussehen. Foto: Gruber + Kleine-Kraneburg Architekten

Noch im März sollen erste Bohrpfähle in die Erde getrieben werden. Damit beginnt bald der Bau des Taunus-Turms. Der Planungsdezernent hat eine Teilbaugenehmigung ausgesprochen – und übergeht laut Opposition damit die Entscheidung der Stadtverordnetenversammlung.

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Freude beim Bauherren, Verdruss bei der Römer-Opposition: So unterschiedlich fielen die Reaktionen auf die erste Teilbaugenehmigung für Frankfurts jüngstes Hochhaus aus: den Taunus-Turm im Bankenviertel. Gegenüber dem Japan-Center darf nun, direkt am grünen Anlagenring, die Baugrube für einen 170 Meter hohen Büroturm und ein 60 Meter hohes Wohnhochhaus ausgehoben werden.

Genugtuung bei Florian Reif, dem Geschäftsführer von Tishman Speyer Deutschland, jener Immobiliengesellschaft, die als Bauherr auftritt. Mit den Abbrucharbeiten für das Gebäude der früheren Rheinischen Hypothekenbank auf dem Baugrundstück sei man „schon sehr weit“. Noch Ende März sollen die ersten Bohrpfähle für die Baugrube in die Tiefe getrieben werden.

Bei der SPD-Opposition löste die städtische Teilbaugenehmigung für den Bau Widerspruch aus. Planungsdezernent Edwin Schwarz (CDU) übergehe damit die Stadtverordnetenversammlung und stelle die Grünen öffentlich ins Abseits, sagte der SPD-Fraktionsvorsitzende Klaus Oesterling. Denn Schwarz habe den Investoren ein um 35 Meter höheres Hochhaus zugebilligt, als von der Stadtverordnetenversammlung beschlossen. Die Aussage von Schwarz, die Grundzüge der Planung blieben gewahrt und es brauche keinen Beschluss des Stadtparlaments mehr, nannte Oesterling „absurd“.

Der Hochhaus-Rahmenplan der Stadt sah für den Taunus-Turm nur eine Höhe von 135 Metern vor. Er sei jetzt nicht mehr das Papier wert, auf dem er stehe, meinte der SPD-Fraktionschef. Die Grünen hatten sich gegenüber der FR noch für einen neuen Beschluss des Stadtparlaments zum höheren Hochhaus eingesetzt. Diese Forderung erweise sich als „heiße Luft“. Für den geplanten neuen Turm hatte die Rheinhypo Bank 2000 einen Architekten-Wettbewerb abgeschlossen.

Das Vorgänger-Gebäude an der Adresse Taunustor 3 war in den vergangenen Wochen ohne große Resonanz unter den Spaziergängern der grünen Gallusanlage abgebrochen worden.

1950/51 hatte die Deutsche Genossenschaftskasse dort ihre Zentrale errichtet. Im Bericht der Frankfurter Rundschau vor der Eröffnung 1951 wurde das Gebäude im wieder erstehenden Bankenviertel als „repräsentativer Abschluss der Neuen Mainzer Straße“ betrachtet. Dem Architekten, urteilte der Chronist damals, „war die Aufgabe gestellt, eine schlichte, aber eindrucksvolle Fassade zu gestalten, die der Solidität nicht entbehre“. In diesen Tagen war zu beobachten, wie wenig Mühe der Abbruchbagger hatte, die Wände zu zerbeißen und zu zerbröseln

Bei den derzeitigen Investoren läuft zurzeit die Suche nach Mietern für die Büros. Es ist bisher kein „Anker-Mieter“ und auch noch kein anderer Interessent in Sicht. „Wir führen aber gute Gespräche mit potenziellen Interessenten“, sagte Geschäftsführer Florian Reif.

Ende 2013 soll der mächtige neue Turm vollendet sein.

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