Eigentlich sollte es ja um Bilder und nicht um Worte gehen, aber dann wurde doch erst mal zwei Stunden vor dem feierlichen Eröffnungsakt des Städel-Erweiterungsbaus am Abend geredet. Hierfür hatten 450 illustre Gäste auf nicht ganz so illustren Plastikstühlen Platz genommen, darunter der Ex-Bundespräsident Roman Herzog, die Künstler Thomas Demand, Daniel Richter, Carsten Nicolai, John Bock, George Condo, Hermann Nitsch und Tobias Rehberger, der Architekt Christoph Mäckler sowie die Frankfurter Intendanten Bernd Loebe und Oliver Reese und viele mehr.
Christian Wulff war - wie erwartet - nicht dabei
Nach einer Einstimmung mit Klarinetten durch die Bläsersolisten der Jungen Deutschen Philharmonie hatte als erster Nikolaus Schweickart das Wort, der Vorsitzende der Administration des Städel-Museums. Er redete nicht lange drum herum, sondern sagte: „Ein Stuhl bleibt leer, der Gast ist uns kurzfristig abhanden gekommen“, womit er auf den nunmehr ehemaligen Bundespräsidenten Christian Wulff verwies. Die Gäste sollten sich stattdessen an Oberbürgermeisterin Petra Roth (CDU) halten, die immerhin „Fast-Bundespräsidentin“.
Fröhliches Raunen
Nach Schweickarts eher förmlicher Rede waren die Worte des hessischen Ministerpräsidenten Volker Bouffier (CDU) geradezu erfrischend. Er habe sich beim Hinweg im Auto zusammen mit seiner Frau überlegt, dass es selten so viel Vorberichterstattung über ein kulturelles Ereignis gegeben habe, auch solche, da solle man ihn jetzt nicht missverstehen, „die aus den Fesseln des Feuilletons befreit“ worden sei. Mit Blick auf den 42-jährigen Städel-Direktor Max Hollein sagte er: „Sie sind in einem Lebensalter, in dem noch gewaltig viel drin ist nach oben, aber kommen sie jetzt bitte nicht auf die Idee, gleich den nächsten Ausbau zu planen.“
Da ging ein erstes fröhliches Raunen durch den Saal, das nächste folgte auf die Einlassung, dass er endlich mal wieder ohne Wenn und Aber die Banker für ihre Schenkungen loben könne. Petra Roth wollte es sich nicht nehmen lassen, darauf hinzuweisen, dass sie als Preisrichterin im Architektenwettbewerb um den Erweiterungsbau von Anfang an für den Entwurf der ehemaligen Städelschüler Till Schneider und Michael Schuhmacher votiert habe.
Zuletzt trat ein sichtlich aufgeregter Hollein ans Podium, der angesichts der fortgeschrittenen Zeit und trotz Wiener Charmes kaum noch gegen die erwartungsvolle Unruhe im Saal anreden konnte: Die Gäste wollten den neuen Bau, die neue Kunst und die Häppchen genießen.

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