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Streik am Frankfurter Flughafen: Kein Ende des Streiks in Sicht

Bis Freitag um 23 Uhr will das Vorfeldpersonal am Frankfurter Flughafen weiter streiken – mindestens.
Bis Freitag um 23 Uhr will das Vorfeldpersonal am Frankfurter Flughafen weiter streiken – mindestens.
Foto: dpa

Bis Freitag um 23 Uhr will das Vorfeldpersonal am Frankfurter Flughafen weiter streiken – mindestens. Das neuerliche Ausweiten des Arbeitskampfes zeigt: Die Gräben sind tief;  zwischen dem  Flughafenbetreiber Fraport und der Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF) gibt es derzeit keine Annäherung.

Die Spartengewerkschaft will den Druck erhöhen, ihrer Forderung nach mehr Gehalt für die knapp 200 Beschäftigten auf dem Vorfeld mehr Gehör verleihen. Doch Fraport scheint mit dem Ausstand immer besser klar zu kommen – von Tag zu Tag nimmt die Zahl der annullierten Flüge ab. Gestern, am vierten Streiktag, fielen knapp 200 Flüge aus.  Am Montag wurden noch 240 Verbindungen gestrichen. Seit Streikbeginn am Donnerstag sind insgesamt etwa 750 Flüge ausgefallen.

Weniger Flüge wurden gestrichen

Fraport hat die bestreikten Posten auf dem Vorfeld durch eigene Leute besetzt. Und die extra geschulten  Streikbrecher machen ihren Job zunehmend besser. Laut Fraport stieg die Quote der im Streik sichergestellten Flüge von 50 Prozent zu Beginn auf mehr als 80 Prozent derzeit.  Der Betrieb laufe geregelt, die Pünktlichkeitsquote sei gut, in den  Terminals komme es zu keinen erhöhten Wartezeiten, heißt es.

Tarifkonflikt am Frankfurter Flughafen
Wie stehen die Chancen auf eine schnelle Einigung?

Wenn man am Freitag mit beiden Parteien spricht, ist herauszuhören, dass die Chancen auf eine schnelle Einigung denkbar schlecht stehen. Die GdF droht mit immer schärferen Streikmaßnahmen, während die Betreiberin Fraport nur auf der Grundlage ihres letzten Angebots weiterverhandeln will. Wie dieses aussieht, sagt Fraport nicht. Laut Fraport fordert die GdF zwischen 64 und 73 Prozent mehr Geld für die Vorfeldmitarbeiter. Hinter den Kulissen sammelt die Betreiberin weiter kräftig Arbeitskräfte, die auch in den kommenden Tagen die Aufgaben der Streikenden übernehmen könnten.

Gestrichen wurden vor allem innerdeutsche Flüge, bei denen die Passagiere ohne großen Aufwand auf die Bahn umsteigen konnten. Der interkontinentale Verkehr lief nahezu reibungslos. Die Kunden der Fluggesellschaften haben zwar Einschränkungen hinzunehmen, bisher aber musste kein Reisender auf einem der 500 Notbetten im Transitbereich übernachten. „Mit den getroffenen Vorbereitungen sind wir in der Lage, längere Streikphasen durchzuhalten“, sagte ein Fraport-Sprecher. Dabei habe „die Sicherheit höchste Priorität“.

„Ich kann niemandem empfehlen, ab Frankfurt zu fliegen“

Die GdF wirft Fraport jedoch vor, mit dem Einsatz des Ersatzpersonals die Sicherheit der Fluggäste zu gefährden. Sprecher Matthias Maas sagte der Agentur dapd: Viele Ersatzkräfte hätten nur eine Kurzausbildung von zwei Tagen hinter sich, während dafür normalerweise sechs bis sieben Monate erforderlich seien. „Das ist jenseits der Legalität“, sagte Maas. „Ich kann niemandem empfehlen, ab Frankfurt zu fliegen.“

Streik am Frankfurter Flughafen

Bildergalerie ( 18 Bilder )

Die Gewerkschaft meldet Streikerfolge. „Der bisherige Verlauf der Aktionen ist allen Einschüchterungsmaßnahmen zum Trotz  planmäßig verlaufen“, teilt Verhandlungsführer Dirk Vogelsang auf der Internetseite der GdF mit. Alle Mitglieder seien dem Streikaufruf gefolgt und hätten die Arbeit niedergelegt.

Die GdF vertritt  die Beschäftigten der Vorfeldkontrolle, der Vorfeldaufsicht und der Verkehrszentrale.  Deren Löhne sollen den Gehältern der Fluglotsen, die die Flieger vom Himmel zum Vorfeld leiten, angeglichen werden, fordert die GdF. Dem Flughafenbetreiber Fraport zufolge will die Gewerkschaft bis zu 70 Prozent mehr Geld. Die GdF selbst spricht von Forderungen zwischen drei und 30 Prozent über vier Jahre. Laut Insidern gibt es derzeit nicht mal Gespräche zwischen den Parteien.

Autor:  Peter Dietz
Datum:  21 | 2 | 2012
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