Hochschulen bereiten Berufseinsteiger nicht optimal auf den Berufsstart vor, Unternehmen unterstützen Job-Neulinge nicht ausreichend - das ist das Ergebnis einer repräsentativen Untersuchung, die am Donnerstag in Frankfurt vorgestellt wurde. Für den „unicensus“ 2011 wurden Studierende nach ihren Erwartungen und Prioritäten und Berufstätige nach ihren Erfahrungen befragt. Das Ergebnis: „Zwischen Wunsch und Realität klafft eine große Lücke“, sagte der Geschäftsführer des Darmstädter Unternehmens univativ, Olaf Kempin.
Das Unternehmen, das Studenten zeitlich befristet an Unternehmen vermittelt, hat für die Befragung 1196 Studenten an 60 Hochschulen und 1061 Akademiker mit Berufserfahrung befragt und die Antworten gegenübergestellt. Die Studenten-Befragung „unicensus“ gibt es seit vier Jahren, Berufstätige wurden in diesem Jahr erstmals befragt.
Viele Studierende gehen davon aus, dass sie im Unternehmen noch fachlich weitergebildet und persönlich betreut werden, nur 36 Prozent denken, dass sie ins kalte Wasser geworfen werden. Im Nachhinein sagen aber 61 Prozent der Befragten mit Berufserfahrung, dass genau das geschehen ist. Gefragt nach Tipps für Studenten, raten die Älteren: früh Praxiserfahrung sammeln und Kontakte aufbauen. Die Realität sieht anders aus: Nur ein Drittel der Studenten hat einen Nebenjob, der ihn oder sie auf den Beruf vorbereitet. Für sie sind ein schneller Abschluss und eine gute Note erstrebenswert - den Berufstätigen hat das aus ihrer Sicht nur wenig geholfen.
In der Hitliste der Studentenjobs stehen Bürojobs ganz oben, gefolgt von Gastronomie, Nachhilfe-Geben oder dem Verkauf. So gestalte sich der Berufseinstieg als Hürdenlauf, bilanzierte Kempin: 46 Prozent der Ex-Studenten hatten nach eigener Einschätzung beim Start in den Beruf fehlendes Methodenwissen, 39 Prozent mangelhafte Fachkenntnisse, ebenso viele wurden nicht ausreichend eingearbeitet. (dpa)
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