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02. April 2012

Tattoo-Convention Frankfurt: Geckos und Schmerzen auf der Tattoo-Messe

 Von Clemens Dörrenberg
Das Tattoo- und Pin-Up Model "Miss Ivi" (l) und ihre US-Kollegin Sabrina Kelley (r) zeigen ihre bunten Tätowierungen auf der 20. Internationalen Tattoo-Convention in Frankfurt. Foto: dpa

Halbnackte Menschen an jeder Ecke. Elektrische Nadeln bohren sich in ihre Haut, sie haben Schmerzen. Hört sich zunächst fürchterlich an, ist für die Besucher aber ein Highlight: die Internationale Tattoo-Convention in Frankfurt.

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Halbnackte Menschen an jeder Ecke. Elektrische Nadeln bohren sich in ihre Haut, sie haben Schmerzen. Hört sich zunächst fürchterlich an, ist für die Besucher aber ein Highlight: die Internationale Tattoo-Convention in Frankfurt.

"Drei Monate müsste ich warten, bis ich einen Termin bei Tätowierern in Frankfurt bekomme“, sagt Mario Fehrmann, der zur 20. Tattoo-Convention in der Frankfurter Messe gekommen ist, um sich dort tätowieren zu lassen. Den Namen seines knapp dreijährigen Sohnes möchte er sich auf die linke Brusthälfte stechen lassen, daneben eine Tigerkralle. „Mein Sohn liebt diese Tiere. Vielleicht, weil ich eine Tiger-Tätowierung auf dem Oberarm habe. Schon sein erstes Wort war Tigi“, sagt der Frankfurter, dessen elf-jährige Tochter bereits einen Platz auf Papas Brust hat.

Schriftzüge seien aktuell im Trend, weiß die Inhaberin vom Frankfurter Tattoo-Studio Hau(p)tsache, die nicht namentlich genannt werden möchte. Bevorzugte Körperstellen gebe es nicht. „Manche wollen die Tattoos möglichst sichtbar am Körper, manche verdeckt“, sagt sie. Miriam Müller wollte sich unbedingt vor ihrem Urlaub ein Tribal, eine Art Ornament ohne Schriftzug, auf dem Rücken stechen lassen. „Das musste sein“, sagt sie.

Nach einem Vorgespräch in einem Mainzer Tätowierstudio verabredeten sich die Frankfurterin und der Tätowierer auf der Tattoo-Messe. „Das Tribal soll drei weitere Tätowierungen auf meinem Rücken miteinander verbinden. Da sind ein keltisches Seepferdchen, das chinesische Sternzeichen der Schlange und ein Drachen“, sagt sie und verhandelt mit dem Tätowierer weitere Einzelheiten.

Heavy-Metal-Sänger auf Wade

Das Konterfei von Ronnie James Dio, des verstorbenen Leadsängers der Heavy-Metal-Band Black Sabbath, lässt sich Martin Schulz auf seine linke Wade tätowieren. Er liegt bäuchlings auf einer Liege und drückt auf seinem Smartphone herum. „Fünfeinhalb Stunden dauert das Stechen des Tattoos“, sagt er und ergänzt: „Hier gibt es ja viel zu sehen, da wird es nicht langweilig“.

Der 46-Jährige, mit einer Kappe der Rockband AC/DC auf dem Kopf, hofft, dass die Hautbemalung rechtzeitig zur Preisverleihung fertig sein wird. Denn an jedem der drei Messe-Tage werden die schönsten Tätowierungen prämiert, und er rechnet sich mit seinem Tattoo Chancen aus.

Wenn die Nadel ihre Arbeit verrichtet, fühlt sich das einer 21-Jährigen zufolge so an: „Als ob man die Hand zu lange über eine offene Flamme hält.“ Ein junger Mann, der sich einen Totenkopf mit Kochmütze stechen lässt, sagt, es sei „wie wenn man sich mit einem Messer in die Haut schneidet“. Andererseits: „Ich hätte es mir schlimmer vorgestellt“, erklärt er mit zusammengebissenen Zähnen.

Alica Fellinger steht mit Arbeitskollegin Katharina Förster ratlos in der Halle. „Wir überlegen, uns tätowieren zu lassen, aber wir sind ein bisschen überfordert mit dem Angebot“, sagt sie. Kein Wunder: Mehr als 200 Tätowierer aus Europa und Übersee sind zur Tattoo Convention gekommen. Eine Zeichnung für ein mögliches Tattoo haben die beiden jungen Frauen in der Tasche, aber sie hätten es mit der Körperverzierung auch nicht eilig.

Lange Reifezeit

Ähnlich sieht das die 26-jährige Anna Prawitz aus Gummersbach. „Ich will mich nicht auf gut Glück tätowieren lassen. Bei meinem ersten Tattoo habe ich zwei Jahre lang überlegt“, sagt sie und zeigt die Innenseite ihres Handgelenks, das mit einem chinesischen Zeichen geschmückt ist. „Das ist das Symbol für Fische, mein Sternzeichen.“ Ihre Freundin Jacqueline Ottmann hat sich das Handgelenk auf der Tattoo-Messe mit dem Bild eines Geckos verschönern lassen. Doch beim zweiten Blick ist zu erkennen, dass dies keine echte Tätowierung ist. „Der Gecko ist mit Airbrush aufgemalt, als April-Scherz für meine Familie“, sagt sie und grinst. „Die fänden es nicht lustig, wenn ich mit einer echten Tätowierung nach Hause komme“, ergänzt sie.

Am Ausgang taucht noch einmal Mario Fehrmann auf. Der 40-Jährige berichtet, er habe mit seiner Idee für das Motiv im Kopf die vielen Stände abgeklappert und sich schließlich für einen Dortmunder Tätowierer entschieden. Dieser habe sich seine Idee angehört und aufgezeichnet, Mario Fehrmann habe zugestimmt, und 45 Minuten später sei die Tätowierung fertig gewesen. Bevor er auf seinen Roller steigt, lächelt er verschmitzt: „Mal sehen, wie das Tattoo zu Hause ankommt; ich habe nicht verraten, dass ich mir noch eins stechen lasse.“ (mit dpa)

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