Der Hass des Menschen kann grausame Folgen haben, zurzeit rund um den Kaiserleikreisel zu beobachten: Dort schießen Tierfeinde mit Blasrohren Pfeile auf Tauben. „Inzwischen wurden in unserer Notaufnahmestation in Oberrad bereits elf solcher Tauben versorgt“, berichtet Gudrun Stürmer vom Verein Stadttaubenprojekt. Es sei allerdings von einer hohen Dunkelziffer auszugehen. Tiere, die nicht rechtzeitig gefunden und behandelt würden, erwarte der „sichere qualvolle Tod“. Ihnen steckten Pfeile im Kiefer, im Rücken, im Bauch, praktisch in allen erreichbaren Körperteilen.
Bürger meldeten auch aus Sachsenhausen, Oberrad und Offenbach solche Blasrohrattacken; das Stadttaubenprojekt wird Anzeige gegen Unbekannt erstatten, und die Polizei wird sich der Sache annehmen. „Dabei sind wir natürlich auf die Mithilfe der Bevölkerung angewiesen“, sagt Polizeisprecher Rüdiger Reges. „Wer etwas beobachtet hat, sollte uns informieren. Vielleicht haben Passanten etwas gesehen, was sie damit in Verbindung bringen.“
Der Tauben-Gnadenhof in Oberrad...
Foto: peter-juelich.comAn eine ähnliche Serie von Angriffen auf Tiere in der jüngeren Vergangenheit kann sich Reges nicht erinnern. Die Taubenfreunde hingegen sind in dieser Hinsicht Kummer gewöhnt: „Nur die Spitze des Eisbergs“ sei der Blasrohr-Fall, sagt Gudrun Stürmer: „Jedes Jahr erleben wir viele Dutzend Fälle von Tierquälerei.“
Was sie besonders ärgert, ist die Gleichgültigkeit, mit der Angriffe gegen Tauben oft hingenommen würden. Medien veranstalteten „eine regelrechte Hetzjagd auf Stadttauben“, Vorurteile würden wiederholt, obwohl sie längst wissenschaftlich widerlegt seien; etwa die Gefährlichkeit des Taubenkots für die Gesundheit der Menschen und für die Unversehrtheit von Gebäudefassaden.
Während andere Vögel fleißig gefüttert würden, gebe es eine regelrechte Industrie, die gut daran verdiene, Tauben zu vergrämen. „Ein weiterer Hinweis auf die Minderwertigkeit dieser Vogelart“, sagt Gudrun Stürmer bitter.
Menschen sollten angemessen auf Probleme mit wild lebenden Tieren reagieren, empfiehlt sie: „Bei Tauben handelt es sich ganz einfach um Vögel.“
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