Seit bekannt ist, dass die U-Bahnlinie U5 künftig das Europaviertel oberirdisch erschließen soll, müssen nicht nur die Pläne geändert werden. Auch Eingriffe in die Landschaft sind nötig. Wie das Verkehrsdezernat auf Anfrage mitteilt, müssen in den nächsten Jahren auch 190 Bäume in der Europaallee umgepflanzt werden, denn die stehen dem Gleisbau im Weg.
Weil die Stadt vor einem Jahr beschlossen hat, dass ihr der bis dato gültige Plan für eine U-Bahn ins Europaviertel zu teuer ist, soll die Linie für die drei letzten Haltestellen über eine Rampe an der Emser Brücke aus dem Tunnel kommen. Damit wäre die geplante Station am Güterplatz die letzte unterirdische. Statt 260 Millionen Euro soll der Bau nur 180 Millionen kosten, zum größten Teil finanziert von Bund und Land. Dazu muss der fünf Meter breite Mittelstreifen der Europaallee um 13 Meter verbreitert werden.
Die Bäume sollen nach Westen versetzt werden, wo bisher noch nicht mit Pflanzungen begonnen wurde. „Die Wurzelballen sind noch nicht so groß, dass das nicht möglich wäre“, sagt Kim Bartelt, Sprecher des Verkehrsdezernats. Die Stadt und die Verkehrsgesellschaft Frankfurt (VGF) wollen „so früh wie möglich“ mit der Aktion beginnen, frühestens jedoch im Herbst 2013, „damit die Bauarbeiten für die Stadtbahn Anfang 2014 im Europaviertel-Ost anfangen können“, so Bartelt. Der Rest soll sukzessive mit dem Baufortschritt der Bahnstrecke verpflanzt werden. Am Ende sollen die vier Baumreihen gleichmäßig verteilt die Europaallee bilden.
Insgesamt 285 Bäume hat die CA Immo im Osten des Europaviertels gepflanzt; 465 sollen am Ende den Boulevard schmücken. Zusammen mit dem Park und den Anliegerstraßen sind 1280 Bäume im Neubaugebiet geplant.
Wie hoch die Kosten der Umpflanzung sein werden, weiß der Sprecher noch nicht zu sagen. Derzeit arbeite das Dezernat an einer Bau- und Finanzierungsvorlage „Teiloberirdische Stadtbahn“, die im Februar 2013 vom Magistrat beschlossen und danach von den Stadtverordneten abgesegnet werden soll. Ende Januar soll das Planfeststellungsverfahren für das Projekt beginnen. Läuft alles nach Plan, wird die U-Bahn Ende 2017 die Strecke ab Hauptbahnhof über Güterplatz und Europagarten bis zur Station Wohnpark befahren.
Mit der U5 hat die Stadt noch weitere Pläne: In diesem Jahr beginnt sie zusammen mit der VGF, die oberirdischen Haltestellen barrierefrei auszubauen. Die Bahnsteige werden 80 Zentimeter hoch, bekommen rollstuhlgerechte Rampen und Blindenleitstreifen. 21 Millionen Euro kostet das Projekt, zehn Millionen trägt das Land bei. Zum Jahreswechsel 2013/2014 sollen auch neue Wagen auf der Strecke eingesetzt werden.
Eines Tages soll die U5 über die Endhaltestelle Preungesheim hinaus auch den Frankfurter Berg erschließen. Wann das geschehen wird, ist noch offen.
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