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02. Oktober 2014

Uniklinik Frankfurt Ebola: Frankfurt vor Aufnahme von Ebola-Patienten

Speziell geschützte Pflegekräfte auf der Isolierstation in der Uniklinik Frankfurt.  Foto: dpa

Hessen will einen Ebola-Kranken aufnehmen. Doch der Zustand des Patienten ist zurzeit so schlecht, dass er nicht transportfähig ist. Der Erkrankte, ein Kinderarzt, soll in der Frankfurter Uniklinik behandelt werden. Bessert sich sein Zustand, könnte er am Freitagmorgen aus Sierra Leone eintreffen.

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Hessen will einen Ebola-Patienten aus einem afrikanischen Land aufnehmen. Nach ersten Informationen soll es sich um einen belgischen oder italienischen Kinderarzt handeln, der sich in Sierra Leone infiziert haben soll. Der Erkrankte sollte an diesem Donnerstag oder am frühen Freitagmorgen in die Frankfurter Uniklinik gebracht werden, wie ein Sprecher des Klinikums am Donnerstag bestätigte. Doch sein Gesundheitszustand hat sich inzwischen so weit verschlechtert, dass er zurzeit nicht transportfähig ist.

Sollte sich sein Gesundheitszustand bessern, könnte eine Privatmaschine mit dem Erkrankten am Donnerstagnachmittag gegen 17 Uhr den Flughafen von Freetown, der Hauptstadt Sierra Leones, verlassen, um nach Frankfurt zu fliegen. Hier käme der Infizierte dann am frühen Freitagmorgen um 2.15 Uhr auf der Südbahn des Frankfurter Flughafens an. Ärzte der Uniklinik würden ihn dort in Empfang nehmen. Anschließend würde die Feuerwehr ihn in einem Hochsicherheitsfahrzeug in die Klink bringen.

Pressekonferenz abgesagt

Am Donnerstagmorgen war bereits aus einer Medien-Einladung des Gesundheitsministeriums hervorgegangen, dass Hessen plant, einen Ebola-Erkrankten aufzunehmen. Darin hieß es, dass Gesundheitsminister Stefan Grüttner (CDU) und Rene Gottschalk, Leiter des Frankfurter Gesundheitsamtes, Medienvertreter über die "anstehende Versorgung eines Ebola-Patienten in Hessen informieren" wollten. Einzelheiten dazu sollten am Donnerstagnachmittag um 14 Uhr bei einer gemeinsamen Pressekonferenz von Gesundheitsministerium und Gesundheitsamt bekannt gegeben werden. Doch diese Pressekonferenz wurde inzwischen abgesagt, nachdem bekannt wurde, dass der betroffene Patient zurzeit nicht transportfähig ist. Das Ministerium stellt weitere Informationen in Aussicht, sobald klar ist, dass der Patient den Flieger bestiegen hat.

Der angekündigte Krankentransport kommt für die Behörden nicht überraschend, erklärte eine Sprecherin des Bundesgesundheitsministeriums. "Es ist ein geplanter Transport unter den gegebenen Sicherheitsvorkehrungen." Der infizierte Helfer soll in einem Spezialflugzeug und dann in einem
Isolierfahrzeug transportiert werden.

Uniklinik gut vorbereitet

Das Stadtgesundheitszentrum und das Universitätsklinikum sind auf die Aufnahme eines Ebola-Patienten bestens vorbereitet. Wie die Tropenmedizinerin Gudrun Just-Nübling jüngst bestätigte, ist die Isolierstation des Klinikums ohnehin in ständiger Alarmbereitschaft. Zusammen mit der Feuerwehr und dem Gesundheitsamt würden die Arbeitsabläufe immer wieder geübt. Die medizinische Versorgung von Patienten, die mit einer ansteckenden lebensbedrohlichen Krankheit einreisen, sei „sehr gut“.

So gelang es 2006 einen Mann mit einer schweren Lassa-Infektion zu heilen. Fast drei Monate verbrachte er in der Isolier- und Infektionsstation. Drei Jahre zuvor wurden dort mehrere Patienten gesund, die sich mit der gefährlichen Lungenkrankheit Sars infiziert hatten. Die Behandlung in der Station ist sehr aufwendig. Ärzte und Pflegekräfte tragen bei jedem Einsatz Schutzanzüge. Die gefährlichen Keime werden durch eine Unterdruckanlage abgesaugt. (ft/lad/dpa)

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