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Frankfurt
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03. April 2012

Vergleich vor Gericht: Das "U" macht zu

 Von Laura Wagner
Schließt bald für immer die Tore: Das U60311 am Roßmarkt.

Am Ende hat man sich doch noch geeinigt. Nach der tödlichen Schlägerei vor fast genau einem Jahr hat die Stadt Frankfurt hartnäckig die Schließung des U60311 betrieben. Jetzt einigte man sich vor Gericht mit dem Betreiber. Der Club schließt Ende Juni.

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Die Tage des U 60311 sind gezählt. Der umstrittene Club wird am 30. Juni geschlossen. Die Räumungsklage der Stadt ist vom Tisch, sie hat sich mit Betreiber Alexander Eger am Dienstag im Rahmen des Prozesses auf die Schließung geeinigt. Ab Juli will die Stadt mit dem schon lange geplanten Rückbau der pavillonartigen Zugänge beginnen. Das Kellergewölbe soll aber weiter als Diskothek genutzt werden.
Der Grund für die Klage waren offene Mietforderungen. Eger hatte mehrere Monate – wie viele, will er nicht sagen – die Miete in Höhe von 4000 Euro nicht gezahlt – und sah sich im Recht. Im Frühjahr 2007 hätten nach Aussage Egers Umbauten am Roßmarkt bei Rohrverlegungen einen Wasserschaden im „U“ in Höhe von 100000 Euro verursacht. Mündlich habe er mit der Stadt vereinbart, dass dieser Schaden von der Miete abgezogen werden kann. Diese Vereinbarung bezeichnete der Leiter des Liegenschaftsamtes, Alfred Gangel, gegenüber der Frankfurter Rundschau als „Unsinn“. Bauherren waren Mainova und VGF, nicht die Stadt.

Die ausstehende Miete wurde nun mit der Schadenersatzforderung verrechnet – die hat Eger an die Stadt abgetreten. „Wir müssen jetzt mit Mainova und VGF verhandeln“, sagt Gangel, der froh ist, dass die Geschichte „endlich vorbei ist“. Die Kündigung wurde schon im Juni vergangenen Jahres ausgesprochen. Betreiber Eger blieb jedoch im Club. Gegenüber der Frankfurter Rundschau hatte er vermutet, dass der Todesfall vor der Diskothek der Grund für die Kündigung der Stadt ist. In der Nacht zum Ostermontag 2011 wurde der Engländer Lee John H. von Türstehern zu Tode geprügelt.

Bis Ende Juni muss ein Nachfolger feststehen

„Einen klaren Schnitt“, das will Eger nun – nicht zuletzt auch wegen dieses Vorfalls. „Das Ergebnis hätten wir auch schon vor einem Jahr haben können“, sagt Gangel. Dann hätte die Stadt auch schon früher mit dem seit 2010 geplanten Rückbau der beiden Zugänge zum komplett unterirdisch gelegenen Club beginnen können. Für den hatte Eger sein Einverständnis verweigert. Gebaut werden soll nun ab Juli, die Bauzeit beträgt drei Monate. Unter den oberirdischen Quaderbauten aus Beton und halbblindem Glas liegen die Entlüftungen und Notausgänge der Diskothek. Ein Eingang soll abgerissen werden. Der zweite – am Roßmarkt – soll unter Grün verschwinden.
Bis Ende Juni hat Eger Zeit, einen Nachfolger für den legendären Club zu finden. „Ich will, dass es für das U 60311 weitergeht“, sagt Eger, der den Club 2008 übernommen hatte. Die Stadt will ihn dabei unterstützen. Mehrere Interessenten hätten sich bei Eger und Gangel bereits gemeldet.

„Jetzt kann ich auch seriös mit ihnen verhandeln, da ich nun weiß, was Sache ist“, sagt Gangel. Entscheiden will Eger nach dem Bieterverfahren. Wer am meisten zahlt, bekommt den Zuschlag. Eineinhalb Millionen Euro soll die Einrichtung des Clubs wert sein, so Eger, der nun ebenfalls mit Verkaufsverhandlungen beginnen will.
Scheitern die, wird es nach den Umbauarbeiten der Stadt im Herbst kein U 60311 unter neuer Leitung mehr geben. Ob und wann dann ein neuer Club einzieht, ist offen. Die Räume seien dafür aber geeignet und man wünsche eine Belebung der Innenstadt, wie Gangel stets betont.
Eger ist zuversichtlich, einen Nachfolger zu finden. „Das U hat einen guten Namen und die Lage ist super.“ Als es im Jahr 1998 eröffnete, galt es als Nachfolger des legendären „Omen“. DJ-Stars aus aller Welt legten hier auf, darunter Sven Väth.
Wie es für Eger ab Juli weitergeht, weiß er noch nicht. „Ich habe mehrere Angebote.“ Wo, will er nicht verraten. Nur so viel: Ein Club wird es nicht sein. „Dafür bin ich zu alt“, sagt der 32-Jährige, der „keine Lust mehr auf Disco“ hat. Jetzt bereite er erst einmal die Schließung und die letzten Veranstaltungen vor.

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