Die Einhausung und Überbauung der A661 im Bereich Bornheim und Seckbach ist technisch möglich und bietet Chancen für die städtebauliche Entwicklung und die Freiraumgestaltung der beiden Frankfurter Stadtteile. Davon ist der Leiter des Stadtplanungsamtes, Dieter von Lüpke, überzeugt. „Ein Deckel über der Autobahn könnte höhengleich an das natürliche Gelände anschließen“, sagt von Lüpke im Gespräch mit der FR. Der ebenerdige Lückenschluss biete die Möglichkeit, die neue Fläche als Landschaftspark in Richtung ehemaliges Baugebiet Seckbach-Nord zu entwickeln und vorhandene Freiräume zu vernetzen, etwa den Bornheimer Friedhof westlich und den Huthpark östlich der trennenden A661. Damit könnte auch ein erweiterter Freiraum bis hin zum Günthersburgpark entstehen.
Einen Teil der neuen Grundfläche kann nach Auffassung von Lüpkes für die Bebauung freigegeben werden. Aus den Erlösen könnte ein Teil der Ausgaben für die Einhausung und Gestaltung der neuen Freiflächen refinanziert werden. Lüpke nennt die mögliche Überbauung der A661 zwischen Bornheim und Seckbach „eine große städtebauliche Chance mit vielen Vorteilen für Frankfurt“.
Entlang der A7 in Hamburg werden in drei Abschnitten auf einer Länge von 3,5 Kilometern sogenannte Deckelbauwerke entstehen, um Lärmschutz zu gewährleisten und eine städtebauliche Entwicklung zu ermöglichen.
In Bahrenfeld/Othmarschen hat der Deckel eine Länge von 2030 Metern, in Stellingen 980 Meter und in Schnelsen 560 Meter.
Auf den Deckeln sollen nach Angaben des Senats mindestens 2000 neue Wohnungen entstehen.
Kürzlich hatte sich die Linke im Frankfurter Römer erneut für die Einhausung der A661 ausgesprochen und vorgeschlagen, die Fläche für Landschaftsgestaltung und Bebauung zu nutzen. Eine Einhausung der Autobahn, die in diesem Abschnitt auf acht Spuren ausgebaut wird, fordert unter anderen auch das Aktionsbündnis Unmenschliche Autobahn (AUA). Nach dem Ausbau und dem Anschluss der A66 an die A661 über die Riederwaldspange werden zwischen 140.000 bis 180.000 Autos und Lastwagen den Abschnitt täglich nutzen. Um den Lärm zu reduzieren und die Schadstoffbelastung zu minimieren, fordert die AUA den Deckel. Nach einem Gutachten des Darmstädter Büros Krebs&Kiefer würde eine auf den Lärmschutz ausgerichtete Einhausung rund 190 Millionen Euro kosten. Das Bundesverkehrsministerium hatte es Ende Juni vergangenen Jahres abgelehnt, die Kosten für den Bau der Einhausung zu übernehmen.
Im Fall der Einhausung der A7 in Hamburg hat das Bundesverkehrsministerium anders entschieden. Dort wird es zwischen Elbtunnel und Bordesholmer Dreieck in drei Abschnitten auf einer Länge von insgesamt 3,5 Kilometer einen Deckel geben, um Lärm zu reduzieren und eine städtebauliche Entwicklung zu ermöglichen. In Höhe der Stadtteile Schnelsen und Stellingen werden großzügige Parkanlagen entstehen: In Schnelsen werden Landschaftsarchitekten eine 400 Meter lange, vielfältig nutzbare Wiese anlegen, die von Bäumen eingefasst und von Kleingärten flankiert wird. Anfang Juli hatte ein Preisgericht unter Vorsitz des Schweizer Landschaftsarchitekten Guido Hager zwei Planungsbüros mit einem ersten Preis für ihre Entwürfe ausgezeichnet, die auf den Deckeln der A7 realisiert werden sollen. Für die Hamburger Einhausung sind rund 400 Millionen Euro bewilligt.
Auch in der Schweiz gibt es Beispiele, wie durch Überbauungen von Autobahnen Lärm gemindert und Fläche für die städtebauliche Entwicklung gewonnen werden konnte. Dazu zählen die Überbauung der A1 in Bern, die Überdeckung der N11 zwischen Glattbrugg und Opfikon und die Überbauung der A3, die lange Jahre die Schwyzer Gemeinde Altendorf trennte.
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