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City-Triathlon : Wasser, Rad, Asphalt

Am heutigen Sonntag gehen Frankfurt und das Rhein-Main-Gebiet auf die Walz. Der erste Frankfurter "City-Triathlon" rundet damit die regionale Veranstaltungspalette ab: Dreikampf für "Jedermann".

Triatheleten
Triatheleten
Foto: dpa

Laufen, Radfahren, Schwimmen. Das Potenzial für Triathlonwettkämpfe scheint im Rhein-Main-Gebiet noch immer nicht ausgereizt. Neben dem Frankfurter Ironman und der Halbdistanz-Europameisterschaft in Wiesbaden wird der am morgigen Sonntag erstmals ausgetragene Frankfurter City-Triathlon die Veranstaltungspalette mit der regional bislang noch fehlenden Olympische Distanz (1,5 Kilometer Schwimmen, 40 Kilometer Radfahren, zehn Kilometer Laufen) abrunden. Zugleich gibt es einen Triathlon für Jedermann: Die Teilnehmer schwimmen 400 Meter, fahren 13 Kilometer mit dem Rad und joggen fünf Kilometer.

Gestartet wird wie beim Ironman morgens im Langener Waldsee. Anschließend fahren die Sportler mit dem Rad in die Innenstadt, wobei die „Jedermänner“ den direkten Weg wählen, während die Teilnehmer über die olympische Distanz zwei Runden am Main drehen. Gelaufen wird dann in der City. Das Ziel befindet sich an der Hauptwache.

Der erste Anlauf, einen etwas kürzeren Triathlon in Frankfurt auszurichten, ist die Veranstaltung nicht. Bereits im vergangenen Jahr war der Dreikampf für Anfang September geplant gewesen. Knapp zwei Monate vor dem Start fiel die Entscheidung, das Rennen abzusagen. Der Termin sei mit einer Großdemonstration und dem verkaufsoffenen Sonntag einfach zu voll, hieß es. Wobei die Stadt dem Triathlon ohnehin kritisch gegenüber gestanden hatte. Gelaufen werden sollte damals am Mainufer. Doch kurz nach dem Museumsuferfest könnten die Wiesen nicht schon wieder in Mitleidenschaft gezogen werden, argumentierte die Behörde.

Nun aber klappt es. „Für Einsteiger und trainierte Breitensportler ist die Distanz ideal –einen Ironman traut sich nicht jeder zu“, sagt Annette Gasper und freut sich als Geschäftsführerin der City-Triathlon GmbH über ein mit 2500 Meldungen seit Wochen schon am oberen Limit angelangtes Teilnehmerfeld. Trotz der hessenweit zahlreichen Wettkämpfe sei die Nachfrage tatsächlich immer noch größer als das Angebot, wobei die Veranstalter den Freizeitsportaspekt ganz bewusst in den Vordergrund stellen. Nachmeldungen für die Jedermann-Distanz sind noch möglich.

"Nicht feindlich gesonnen"

Zwar sei das Mittun von Profis wegen ihrer Zugpferdfunktion in jedem Fall wichtig: „Aber es entspricht grundsätzlich unserer Philosophie, dass wir keine Athleten einkaufen wollen“, betont die Cheforganisatorin. Szenegrößen wie etwa Olympiasieger Jan Frodeno (Saarbrücken) oder Daniel Unger (Bad Saulgau), der über eben jene Olympische Distanz 2007 in Hamburg Weltmeister wurde, seien in Anbetracht eines Gesamtbudgets von 200000 Euro auch schlicht viel zu teuer. Bei einem Startgeld von 5000 Euro aufwärts für einen derart namhaften Profi mache es eher schon Sinn, perspektivisch einen Weltcup oder eine Weltmeisterschaft nach Frankfurt zu holen.

„Das ist unsere Vision für die kommenden Jahre“, sagt Annette Gasper, die mit Elite-.Triathleten aus dem lokalen Umfeld dennoch aufwarten kann und in dieser regionalen Verortung vorläufig eine weitere Stärke des Events erkennt. Alles andere sei laut der 32 Jahre alten Sportmanagerin, die ihrerseits selbst erst Erfahrungen mit Großveranstaltungen sammeln muss, noch Zukunftsmusik.

Das Ehepaar Lothar und Nicole Leder (Darmstadt), die den Ironman Germany vor Jahren beide schon einmal gewonnen haben, wird ebenso am Start sein wie der Wiesbadener Uwe Widmann, der in Frankfurt seit Jahren auf TopTen-Platzierungen abonniert ist. Doch all diese, an der Altersschranke von 40 Jahren schwer kratzenden Ironman-Spezialisten werden mit dem Ausgang des Rennens möglicherweise gar nichts zu tun haben.

Der größeren Spritzigkeit wegen, die die Olympische Distanz erforderlich macht, dürften junge Athleten wie etwa der deutsche Mitteldistanzvizemeister Horst Reichel (TuS Griesheim) oder der von Altmeister Jürgen Zäck trainierte 20 Jahre alte Tim Meyer (TV Buschhütten) durchaus im Vorteil sein. Was insofern wiederum der Intention der Veranstalter entspricht, als mit dem Preisgeld von 2000 Euro für Sieger und Siegerin primär die Nachwuchselite angelockt werden sollte. Bei den Frauen werden die Frankfurterin Meike Krebs und Alexandra Behrens (Neu-Isenburg) zum engeren Kreis der Favoritinnen zählen.

Und wer sich schlussendlich fragen sollte, ob Gaspers Event-Agentur beispielsweise mit den Organisatoren des Ironman Germany um Kurt Denk einen Konkurrenzkampf aufgenommen hat, der bekommt von der jungen Frau eine ehrlich klingende Antwort: „Wir sind uns jedenfalls nicht feindlich gesonnen und hoffen, dass sich die verschiedenen Wettkämpfe gegenseitig befruchten."

Autor:  Margit Rehn und Georg Leppert
Datum:  3 | 9 | 2010
Kommentare:  7
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