Die Absage kam Mitte vergangener Woche. Ein Umbau der Dahlmannschule, wie die Frankfurter Schwimmer ihn sich vorstellten, sei technisch und finanziell nicht machbar, ließ Bildungsdezernentin Jutta Ebeling wissen. Zum wiederholten Male stieß damit ein Vorschlag der in einer Schwimmgemeinschaft (SG) zusammengefassten sieben Wassersportvereine auf Ablehnung. Dabei haben SG-Sportdirektor Michael Ulmer und seine Mitstreiter sich schon einiges einfallen lassen, um den Wassernotstand in der Mainstadt zu mindern.
Etwa Anfang der 90er Jahre, als das Stadtbad Mitte für die Öffentlichkeit geschlossen wurde. Oder besser: ein Jahr danach. Denn zuerst durften zwar keine Badegäste mehr, dafür aber die Vereinsschwimmer noch ausgiebig in dem heute von einem Fitnessklub und einem Hotel genutzten Becken ihre Bahnen ziehen. Nachdem die Anlage verkauft war, lehnte die Stadt es laut Ulmer ab, die Hälfte des Erlöses in ein Ersatzbad zu investieren.
Als wenige Jahre später in der Sportschule des Landessportbundes Hessen ein 50-Meter-Becken entstand, habe sie die zwei bis drei Millionen Euro nicht zuschießen wollen, die die Erweiterung von jetzt vier auf bis zu acht Bahnen möglich gemacht hätte. Der 18 Millionen Euro teure Neubau eines Wettkampf- und Trainingsbades, bei dem sich ein Sponsor mit zehn Millionen beteiligen wollte, sei nicht zustandegekommen, weil man sich in punkto Betriebskosten nicht einig geworden sei. Auch andere Hoffnungsschimmer sind verblasst: das Rebstockbad etwa, das nur noch als Spaßbad genutzt wird.
„Wir brauchen dringend ein Schul- und Trainingsbad“, fordert Ulmer, der selbst als Lehrer an der Dahlmannschule arbeitet. So schlug er vor, bei dem dort für 2013 geplanten Neubau dieses zu berücksichtigen und neben einer Erweiterung des bisherigen kleinen Lehrschwimmbeckens auch gleich noch eines für den Vereins- und Leistungssport mit acht 25-Meter-Bahnen einzurichten.
„Der politische Wille ist nicht da“, glaubt Ulmer nun nach der erneuten Ablehnung dieser „einmaligen Chance“ für den Breiten- und Leistungssport. So werden die Vereine der steigenden Zahl an Nichtschwimmern weiterhin mit nur unzureichenden Ausbildungs- und Übungsangeboten begegnen können.
Training in Offenbach
Die ambitionierten SG-Wassersportler fahren derweil auch in Zukunft mehrmals in der Woche nach Offenbach, um das dortige 50-Meter-Becken auf der Rosenhöhe für ihr intensives Training zu nutzen. „Von den 20 größten Städten Deutschlands haben alle ein 50-Meter-Wettkampfbad“, erklärt Ulmer, „nur Frankfurt nicht.“ Entsprechend könnten am Main auch keine Langbahn-Wettkämpfe ab regionaler Ebene aufwärts ausgetragen werden, obwohl zahlreiche Aktive schon erfolgreich nach Medaillen bei Welt- und Europameisterschaften oder auch Olympischen Spielen getaucht sind.
Eine optimale Lösung sowohl des Ausbildungs- als auch des Wettkampfproblems würde nach Schätzungen der SG-Verantwortlichen 30 Millionen Euro kosten. Inbegriffen wären dabei auch gute Bedingungen für Wasserball, Synchronschwimmen oder Wasserspringen. Doch an die Erfüllung dieses Traums glaubt Ulmer nach mehr als einem Vierteljahrhundert Kampf selbst nicht mehr.

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