Aufgrund des aktuellen Winterwetters kommt es zu Beeinträchtigungen des Flugbetriebs am Frankfurter Flughafen, informiert die Lufthansa auf ihrer Homepage.
Schon in der Nacht von Samstag auf Sonntag, so prognostiziert Dominik Jung vom Wetterdienst „Qmet“ in Wiesbaden, erreicht der Tiefausläufer vom Atlantik kommend das Rhein-Main-Gebiet. „Es wird etwas schneien.“ Am Sonntagvormittag geht der Schnee in Regen über. Auf den über 14 Tage tiefgefrorenen Straßen wird es verdammt glatt werden. Auch auf den Fahrleitungen könnte sich wieder Eis bilden.
Michael Budig hat am Dienstagabend im Verkehrsausschuss gesagt, dass er eine solches Szenario in 35 Berufsjahren noch nicht erlebt hat. Fast drei Tage lang stand der komplette Straßenbahnverkehr in Frankfurt still, weil die Oberleitungen von einem bis zu fünf Zentimeter dicken Eispanzer umhüllt waren. Auf die nächste Eiszeit im Stadtgebiet muss der Geschäftsführer der Verkehrsgesellschaft Frankfurt (VGF) nicht mehr lange warten.
Der verspätete Wintereinbruch sorgt in Frankfurt für ein Schneechaos.
Foto: Alex KrausDa das Wetter am Sonntag aber gleich mächtige Kapriolen schlägt, wird es wohl keinen tagelangen Stillstand im Schienenverkehr geben. Spätestens am Abend steigen die Temperaturen deutlich über null, und es setzt Tauwetter ein. Darauf allein will sich die VGF aber nicht verlassen. „Wir wollen uns nicht mehr kalt erwischen lassen“, sagt VGF-Sprecherin Dana Vietta.
Nun wird der Straßenbahnbetrieb zum Labor. Die VGF-Experten experimentieren auf breiter Front. Das Enteisungsmittel, mit dem die Flugzeuge besprüht werden, hat für keinen durchschlagenden Erfolg gesorgt, weshalb die VGF sich in anderen Kommunen Frostschutzmittel besorgt hat und diese nun testet. Von Turmwagen soll präventiv gesprüht werden, um die Kernlinien 11 und 16 eisfrei zu halten.
Auch der Einsatz des Ebbelwei-Express und anderer „Museumsbahnen“ als Eisbrecher ist in der Nacht zum Sonntag vorgesehen. Außerdem prüft die VGF verschiedene weitere Ansätze, um einen erneuten Totalausfall der Straßenbahn zu verhindern.
Getestet werden Aluminium-Stromabnehmer sowie Widerstandsschaltungen, um die Stromabnehmer zu erwärmen. Außerdem erproben die Experten des Verkehrsbetriebes Verfahren, um den Anpressdruck auf den Fahrdraht zu erhöhen. U- und S-Bahnen fahren in einem größeren Verband und haben mindestens zwei Stromabnehmer. Deshalb reagieren sie auf Eis nicht so empfindlich.
Die Techniker und Arbeiter, die in den vergangenen Tagen in zwei Zwölf-Stunden-Schichten rundum die Uhr mit Bunsenbrennern, Hämmern und Kratzwerkzeugen, die 120 Kilometer Oberleitungen vom Eise befreiten, werden vermutlich einen ruhigeren Wochenbeginn haben. Am Montag steigt das Thermometer bereits auf vier Grad plus, und es gibt auch nachts keinen Frost mehr. Zur Wochenmitte hin wird es für die Jahreszeit bei bis zu acht Grad plus fast kuschelig warm.
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