Eisregen, Schnee, schlitternde Fußgänger und driftende Autos. Im rhein-mainischen Flachland, wo mehr als Tausend Schneeflöckchen schon als gefährlicher Wintereinbruch gelten, ist dann schnell von Verkehrschaos die Rede. Auf den Frankfurter Straßen blieben zwar die Straßenbahnen stehen, die Autos rollten aber. „Die Lage ist eigentlich völlig normal“, sagt Polizeisprecherin Isabell Neumann am Montag und ihrer sehr entspannt klingenden Stimme ist auch ein wenig Verwunderung über die ganze Aufregung anzuhören. Unfälle, so um die 40, gebe es jeden Tag und trotz Schnee und Eis könnten es an diesem 21. Januar sogar ein paar weniger gewesen sein: „Die Leute fahren vorsichtig und sehr aufmerksam.“ Was natürlich nicht verhindert, dass der eine oder andere Autofahrer in den Vordermann oder auch mal in die Leitplanke kracht.
Der verspätete Wintereinbruch sorgt in Frankfurt für ein Schneechaos.
Foto: Alex KrausDie Frankfurter Entsorgungs- und Servicegesellschaft (FES) hatte mit rund 250 Männern und Frauen sowie dem gesamten Fuhrpark alles aufgeboten, was hilfreich sein kann, die Straßen von Schnee und Eis zu befreien. „Es kommt in Frankfurt nur selten vor, dass wir die Schneepflüge an die Streufahrzeuge montieren müssen“, sagt Sprecherin Stefanie Pipa. Am Montag musste die FES. Bis 1025 Kilometer Fahrweg frei sind, das dauert. Am längsten auf schneefreie Zufahrt warten müssen die Bürger, die in den reinen Wohngebieten, den sogenannten C-Straßen wohnen. Die Hauptverkehrsadern, als A-Straßen klassifiziert, werden so schnell wie möglich geräumt.
Selbst am Autobahndrehkreuz Frankfurt war die Situation „vergleichsweise entspannt“, teilt Hessen mobil mit. „Wir waren gut vorbereitet“, erklärt ein Sprecher. Dramatischer war die Lage auf den Autobahnen in Nord- und Osthessen, wo bei bis zu 20 Zentimetern Schnee quer stehende Lastwagen für bis zu 40 Kilometer Stau sorgten. Eine Verpflichtung, bei Glätte sofort Parkplätze anzufahren, gibt es nur für Gefahrguttransporte.
Was des einen Leid ist, ist des anderen Freud. „Bei Schnee liegt das Geld für uns praktisch auf der Straße“, sagt ein Vertreter der Taxizentrale Frankfurt. Wenn der ÖPNV Eis im Getriebe hat, dann hat das Taxigewerbe Hochkonjunktur. Das Drei- bis Vierfache an Umsatz wird dann in die Droschkenkasse gespült, schätzt der Fachmann.
Die winterlichen Straßenverhältnisse werden sich noch eine Weile halten. Nachts sinken die Temperaturen nach Angaben einer Sprecherin des Deutschen Wetterdiensts immer noch auf Minus vier bis fünf Grad. Ab Wochenmitte kann über Schnee und bei aufklarendem Himmel auch „strenger Frost“, also zehn Grad Minus, herrschen. Weiterer Schnee ist nicht zu erwarten. „Das krümelt nur so vor sich hin und reicht vielleicht gerade für einen Zentimeter“, meint die Meteorologin. Tagsüber pendelt sich das Thermometer im Flachland bei Nullgrad ein.
Und so müssten auch am Dienstagmorgen die Taxifahrer wieder gejubelt haben: Alle Straßenbahnen in Frankfurt fahren nicht, auch bei den U-Bahnen kommt es zu Ausfällen. Wer vor dem Weg zum Taxistand aber nochmal den ÖPNV prüfen will: www.rmv.de, www.nvv.de, www.kvg.de und auch www.bahn.de
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