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Frankfurt
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18. Januar 2016

Wintereinbruch: Schnee und Sonne am Welt-Schneemanntag

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So schmeckt der Winter: Schnee-Idyll auf dem Großen Feldberg im Taunus.  Foto: dpa

Die Kälte in der Stadt verlangt uns viel ab, aber am Montag war sie vor allem eines: wunderschön. Schnee und Sonne sind einfach eine unschlagbare Kombination. Und dann ist auch noch Welt-Schneemanntag.

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Man kann ja dem Winter vorwerfen, was man will. Aber wenn er dann doch mal kommt, ist er erstens zauberhaft schön, denn er bringt Schnee und Sonne, eine fast unschlagbare Kombination. Und zweitens ist er sensationell pünktlich: Am Sonntag hat’s geschneit, und am Montag ist – tätää: Welt-Schneemanntag!

Die Frankfurter Schneemänner sind, wie es scheint, allerdings schon am Sonntag gebaut worden. Am Montagmorgen sind andere Arbeiten angesagt, vor allem: Autoscheibenkratzen. Die ganze Stadt erknirscht unter dem Geräusch der Kunststoffschaber, die durch Eislandschaften auf Kraftfahrzeugverglasung furchen. Besonders perfide: die Windschutzscheibe dick vereist – von innen. Was rät da der Fachmann in der Werkstatt an der Ecke? „Heiße Wärmflasche aufs Armaturenbrett legen.“ Und vorbeugend: ein Katzenklo hinter den Fahrersitz. Das Streugut nimmt die Feuchtigkeit auf, ehe sie sich an die Scheibe wirft und gefriert.

Jetzt aber mal raus an die frische Luft. An die ziemlich frische. So frisch, dass drei FR-Kolleginnen und -Kollegen die Fahrradschlösser eingefroren sind. Das ist hart, hat aber nicht so weitreichende Auswirkungen wie am Flughafen, wo morgens fast jedes dritte Flugzeug vor dem Start enteist werden muss. 50 Maschinen brauchen Auftauflüssigkeit für die Tragflächen. Es gibt Verspätungen, wenn auch weniger als am Sonntag – da waren 67 Flüge aus Frankfurt betroffen.

Eis nicht erwünscht: Taumitteleinsatz am Flughafen.  Foto: dpa

Lumpi von nebenan zittert sich derweil einen zurecht, man möchte ihm sofort seinen Schal um den Hals wickeln. „Ach was“, sagt der Nachbar, „der hält das aus.“ Für einen strammen Spaziergang raten auch die Fachleute nicht unbedingt zum Hundemantel; im Fall eines längeren Aufenthalts im Freien bei Minusgraden darf es aber durchaus ein Textil sein, besonders für kleine Kläffer mit wenig Fell.

Der Mensch hingegen ist generell gut beraten, auch für den kurzen Gang zum Bäcker oder die kleine Joggingrunde etwas überzuwerfen. Die Kaufmännische Krankenkasse empfiehlt Funktionswäsche, fette Cremes – und wenn man sich etwas erfroren hat, Finger oder Zehen: möglichst schnell erwärmen, etwa per Wasserbad. Da hat die Wissenschaft frühere, langsamere Methoden inzwischen revidiert.

Endlich rodeln! Bahn frei! Aber am schönsten friert es sich nach wie vor auf dem Eis. Ist die Nidda schon so weit? Mal nachschauen in Eschersheim – nein, nicht im geringsten gefroren. Da kommt gerade Robby Schink aus dem Eschersheimer Schwimmbad herausspaziert. Wie sieht es denn drinnen aus? „Wollen Sie mal gucken?“, lädt der Verbundleiter der Bäderbetriebe Frankfurt (BBF) ein. Aber klar.

Wasser ist im Freibad immer drin, seit es eine Stahlwanne hat, auch im kältesten Winter. Da kann nichts platzen. „Wir lassen nur ein bisschen was ab“, sagt Schink, denn bei wechselnden Temperaturen braucht Wasser bekanntlich mal mehr Platz, mal weniger. Die schwarzen Plastikschwäne, die ursprünglich mal Nilgänse abschrecken sollten, sich aber letztlich nicht durchsetzen konnten – sie liegen starr im Wasser, gefangen in einer dünnen Eisschicht. „Hauchdünn“, sagt Schink und setzt zum Beweis vorsichtig einen Fuß ins Becken. Zeng! Durch die Oberfläche schnalzt ein Riss. Der BBF-Mann klaubt ein Bruchstück aus dem Wasser. Oha: doch schon ganz schön dick. Zwei Zentimeter sind das mindestens. Aber natürlich viel zu wenig zum Schlittschuhlaufen.

Ist das eigentlich vollkommen abwegig? Die Freibäder im Winter zum Eislaufen öffnen? Leider ja, sagt Schink. Mit Kollegen sei er zwar schon mal im Nieder-Eschbacher Bad auf dem 50-Meter-Becken geskatet, aber für Besucher sei das viel zu gefährlich. Wenn da einer durchs Eis bricht …

„Was man machen könnte, wäre in einem Betonbecken mit dem Wasserschlauch eine dünne Schicht aufzusprühen“, überlegt er. „Aber dann hat man eine total unebene Eisfläche.“ Ein Fahrzeug mit Eismaschine müsste den Parcours aufbereiten – aber wie kriegt man so einen Lastwagen in ein zwei oder drei Meter tiefes Schwimmbecken? Und vor allem: wieder raus?

Berkersheim bei Schnee, Schnee bei Berkersheim.  Foto: christoph boeckheler*

Dann vielleicht doch lieber auf einem natürlichen Gewässer schlittern. Auf zum Rebstockweiher. Und jawohl, der ist schön zugefroren. Beweis: Die Möwen bewegen sich im Gänsemarsch übers Gewässer. Plötzlich ergeben die Schilder mal einen Sinn, auf denen steht: „Eisfläche nicht betreten – Lebensgefahr!“ 300 Tage im Jahr läuft man dran vorbei und hält sich den Bauch vor Lachen. Selten genug, dass mal die andere Sorte Schild absurd erscheint: „Verbot für Modellboote mit Verbrennungsmotor“.

Enten rutschen aus, eine Frau füttert alle Anwesenden mit tütenweise Brotresten, sämtlichen Verbotsschildern zum Trotz, und die Nilgänse reißen mal wieder die Schnäbel am weitesten auf.

Aha – zwei Neugierige am Weiher. Na, zum Schlittschuhlaufen gekommen? Finn Franz (2) aus Eschborn: „Ja!“ Gwen Franz (34) aus Eschborn: „Nein! Sie machen wohl Scherze!“ Aber die Möwen trauen sich doch auch. Finn: „Ja! Möwi trau auch!“ Mama: „Die haben aber auch viel größere Füße. Im Verhältnis zum Körper.“

Typisch. Nichts darf man. Aber die Sonne tut gut. Und Schlittschuhlaufen kann man sehr schön in der Eissporthalle oder drumherum. Näheres steht im Laufplan unter www.eissporthalle-ffm.de, außerdem gibt es dort sogar leckere Crêpes und heißen Kaffee zum Aufwärmen, erläutert der in Eislauffragen enorm erfahrene Kollege A.

Man muss eben die richtigen Leute kennen. Dann klappt’s auch mit dem Kufenkratzen.

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