Dass der Bedarf an altersgerechtem Wohnraum enorm ist, haben Experten schon länger geahnt. Die Ergebnisse der umfangreichen Analyse des Sozialdezernates setzen die Stadtpolitik aber zusätzlich unter Zeitdruck. Planungs- und Wohnungsbaudezernent Edwin Schwarz (CDU) verspricht volle Aktivität.
Sämtliche Wohnungsbau-Förderprogramme der Stadt sind oder sollen in Kürze „auf Barrierefreiheit umgestellt“ werden. Er habe „eng mit dem Sozialdezernat“ zusammengearbeitet, um sämtliche Erkenntnisse aus der Studie zum Wohnbedarf für Ältere nutzen zu können. Für so genannte Sozialwohnungen, auch Wohnungen des ersten Förderweges genannt, gibt es 50 Euro pro Quadratmeter zusätzlich Förderung, wenn die Wohnung barrierefrei errichtet wird. Das gilt ebenso für die städtischen Programme zur Förderung des Mietwohnungsbaus für den Mittelstand sowie für das selbst genutzte Wohneigentum.
Wer in einem neu zu errichtenden Wohnblock barrierefreie Gemeinschaftsräume vorsieht, der wird noch einmal zusätzlich mit 50 Euro pro Quadratmeter bedacht. Vorgesehen seien solche Richtlinien auch für das geplante Förderprogramm „energetische Modernisierung“, sagt Mark Gellert, Sprecher von Edwin Schwarz. Der Dezernent werde dieses Konzept in der ersten Sitzung des Magistrats vorlegen. Allerdings gab und gibt es Kritik an unterschiedlichen Förderhöhen. Die klimafreundliche Passivhausbauweise wird beispielsweise mit 85 Euro pro Quadratmeter unterstützt. Sozialdezernentin Daniela Birkenfeld hat angeregt, sich über diese Diskrepanz zwischen altersgerecht und klimafreundlich mal Gedanken zu machen.
Die meisten Wohnungen in Frankfurt werden allerdings außerhalb von Förderprogrammen errichtet. Zwar sieht die hessische Bauordnung vor, dass in einem mehrstöckigen Wohnhaus mindestens eine Wohnung barrierefrei sein müsse. Angesichts des hohen Bedarf an altersgerechtem Wohnen reicht das aber nicht aus. „Keine Möglichkeit“ sieht das Dezernat, über Baugenehmigung altersgerechten Wohnungsbau gleichsam zu erzwingen. Das lasse die gegenwärtige Gesetzeslage einfach nicht zu.
In einer gemeinsamen Arbeitsgruppe von Sozial-, Wohnungs- und Planungsdezernat soll aber geprüft werden, wie der „Hebel über Bebauungspläne anzusetzen wäre“. Diese werden auf kommunaler Ebene beschlossen, in ihnen könnte möglicherweise altersgerechter Wohnungsbau festgeschrieben werden.
Information und Beratung zu allen Förderprogrammen erhalten Interessierte im Stadtplanungsamt, Braubachstraße 15, Telefon 212-36116, -35386 und -34351, Infos im Internet unter www.stadtplanungsamt-frankfurt.de.

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