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27. Januar 2013

Zoo Frankfurt: Gefährliche Tiger-Brücke

 Von 
Tigervater Iban hat's geschmeckt.  Foto: Martin Weis

Birgt die Tiger-Brücke im Zoo eine tödliche Gefahr? Die Tierparkleitung lässt das prüfen. Ein Mann sorgt sich um die Sicherheit der Besucher und sieht die Brücke als mögliche Todesfalle.

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Tiger fressen Menschen“ – die Betreffzeile der E-Mail, die Dennis Graichen jüngst an den Frankfurter Zoo schickte, hat durchaus ihren Aufmerksamkeitswert. „Die habe ich bewusst so gewählt“, sagt der Mann: „Ich wollte aufrütteln.“ Sein Anliegen: Die Brücke zwischen Tigergehege und Zoo-Teich stelle ein „extrem hohes Risiko für das Leben“ der Besucher dar. Kurz gesagt: Wer da runterfällt, fällt hinein zu den Tigern. Und: „Ich unterstelle, dass ein Tiger sehrt humorlos werden kann, wenn es ums Fressen geht.“

Unbestritten – das wird jeder bestätigen, der schon einmal von einem Tiger gefressen wurde, ob Kaninchen, Hirsch oder Schabrackentapir. Aber Menschen? Im Frankfurter Zoo kann so etwas doch nicht passieren, oder? „Die Gefahr ist äußerst gering“, sagt Zoodirektor Manfred Niekisch – vorausgesetzt, der Mensch legt es nicht darauf an, vom Tier gefressen zu werden. Genau dies schwebte beispielsweise wohl jener Hausangestellten aus Bayern vor, die sich am 23. Juni 1891 an einem Seil ins Frankfurter Eisbärengehege hinunterließ, nackt, und umgehend vom Raubtier getötet wurde. Die Pfleger sollen noch versucht haben, das Tier mit Wasserschläuchen vom Opfer abzuhalten, was den Bären freilich nur noch wilder gemacht habe.

Bei Eisglätte kein Freigang

Wer sich aber heutzutage des Lebens erfreuen und nur einen Blick auf das Tigerpaar Iban und Malea werfen will, dem wird nichts geschehen, sagt Niekisch. Die lange Holzbrücke, beliebt bei jung und alt, gewährt freie Sicht auf die Streifentiere, wenn sie im Freien sind und nicht eingesperrt wie zurzeit. Die Tiger bleiben generell im Haus, sobald der Teich, unter der Brücke durch ein Gitter geteilt, eine Eisschicht trägt. „Die Anlage wurde 2001 ordnungsgemäß abgenommen“, sagt der Zoodirektor, „das Geländer ist 1,10 Meter hoch. Wir überprüfen alles regelmäßig, es gab nie eine Beanstandung. Und wir haben noch nie beobachtet, dass jemand sich oder seine Kinder da drauf setzt.“

Links hinterm Eis wohnen die Tiger, rechts vom Zaun steht der Mensch. Läuft alles normal, begegnen sich beide nicht persönlich.
Links hinterm Eis wohnen die Tiger, rechts vom Zaun steht der Mensch. Läuft alles normal, begegnen sich beide nicht persönlich.
Foto: Andreas Arnold

Gefährliche Situationen hat auch Mahner Graichen noch nicht auf der Brücke erlebt. Aber was nicht ist, könne ja noch kommen. Er selbst arbeite als Sicherheitsbeauftragter in einer Behinderteneinrichtung, sagt Graichen. „Menschen reagieren unterschiedlich. Ich habe da einfach ein mulmiges Gefühl.“ Ob etwa ein Fallschutznetz helfen könne, fragt er sich. Eine halbe Million Menschen gingen jedes Jahr über die Brücke. „Da braucht nur einer einen Herzanfall zu kriegen und übers Geländer zu kippen. Dann ist er tot.“

Zwischenfälle sind immer möglich

Die Zooleitung nimmt die Sache ernst und lässt noch einmal prüfen. „Wir gucken immer zweimal hin, wenn jemand ein Sicherheitsproblem befürchtet“, sagt Niekisch. Ob Brücke oder nicht, sei letztlich aber egal: Überall, wo ein Geländer den Besucher vom Tier trenne, seien Zwischenfälle möglich – aber eben nur, wenn es der Mensch darauf anlege.

Und von der anderen Seite betrachtet? Würden Iban und Malea überhaupt zubeißen, wenn jemand hereinschneit? Fraglich. „Für die Tiger ist das ja auch eine ungewohnte Situation“, sagt Niekisch. „Sie gehen zwar im Sommer ins Wasser, aber sie schwimmen nur sehr selten bis zur Brücke.“ Trotzdem: Das Beste wird sein, man probiert’s gar nicht erst aus. Und generell ist es immer noch so, dass viel mehr Menschen Tiere essen als umgekehrt.

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