Die Ausschreitungen im House of Finance werden ein juristisches Nachspiel haben. Die Goethe-Universität werde gegen die Täter von Sachbeschädigungen und Körperverletzungen strafrechtlich vorgehen, kündigte Hochschulpräsident Rudolf Steinberg am Donnerstag an. Steinberg sprach von einer "diffusen Gewaltbereitschaft", gegen die mit Argumenten nichts auszurichten sei.
Nach einer Vollversammlung auf dem Campus Westend hatten 400 Studierende am Mittwoch das im Sommer eröffnete House of Finance besetzt. Angeführt wurde die Gruppe von 20 Mitgliedern der Autonomen Antifa. Sie besprühten Türen und Wände im Gebäude und zerstörten Fenster sowie eine Videokamera im Foyer. Es sei von einem Schaden in fünfstelliger Höhe auszugehen, sagte Uni-Sprecher Olaf Kaltenborn.
Wie erst am Donnerstag bekannt wurde, griffen die Demonstranten im House of Finance offenbar auch Personen an. Mehrere Menschen seien leicht verletzt worden, teilte die Hochschule mit.
Die Reaktionen des Allgemeinen Studierendenausschusses (Asta) der Universität fielen uneinheitlich aus. Vorsitzende Nadia Sergan hatte in einer Mitteilung am Mittwochabend erklärt, sie solidarisiere sich mit den Besetzern des Hauses. Diese Presseerklärung wurde am Donnerstagvormittag vom Referenten für Hochschulpolitik, Daniel Delp, zurückgezogen. Sie sei "versehentlich" über den Verteiler gelaufen. Sergan wusste von der Rücknahme nichts. Sie stehe zu ihrer - persönlichen - Aussage, sagte sie am Donnerstag. Gewalt gegen Personen und Sachen lehne sie aber ab. Der Asta trage für die Besetzung keine Verantwortung, betonte sie.
Derweil haben Studierende im Internet eine Petition veröffentlicht, in der sie die Besetzung verurteilen und den Asta auffordern, sich davon zu distanzieren.
Der CDU-Kreisvorsitzende Boris Rhein erklärte am Donnerstag, die Ausschreitungen an der Uni seien "nicht hinnehmbar".


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