Herr Reheis, Sie sind Referent für Hochschulpolitik im Asta der Frankfurter Goethe-Uni. Bei der GEW-Großdemo kommende Woche in Wiesbaden protestieren Studierende auch gegen die Novelle des Hessischen Hochschulgesetzes. Was stört Sie daran?
Das Gesetz macht die Hochschulen undemokratischer. Unsere größte Kritik ist die, dass den Hochschulräten so viel Macht eingeräumt werden soll - dass sie zum Beispiel die Kandidaten für eine Präsidentenwahl vorschlagen. Der Hochschulrat ist aber ein externes und nicht gewähltes Gremium, das immer mehr Kernkompetenzen des Senats erhalten soll.
Lehnen Sie Hochschulräte denn grundsätzlich ab?
Nein. Wir kritisieren aber, dass sie vor allem mit Vertretern aus der Wirtschaft besetzt sind, in Frankfurt ja zum Beispiel mit dem ehemaligen Deutsche-Bank-Vorstandssprecher Rolf E. Breuer, das sagt doch schon alles. Wenn stattdessen unterschiedliche Vertreter aus der Stadt, in der eine Uni steht, in so einem Gremium verfolgen, was an der Hochschule passiert, ist da nichts Schlechtes dran. Allerdings nur, solange ein Hochschulrat beratende Funktion und keinerlei Entscheidungsgewalt hat. Der steigende Einfluss der Wirtschaft auf die Wissenschaft ist ohnehin ein Problem, Stichwort Drittmittelzwang



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