stellen
auto
immobilien
marktplatz
inserieren
Dossiers
09. Februar 2010
Anzeigenmarkt | Zeitungsanzeige aufgeben | Abo-Angebote

In- & Ausland
Frankfurt & Hessen
Marktplatz
Verlagsservice
ANZEIGE
Die FR auch bei
Zurück zur Seite des Spezials
Jahrelang haben Aktivisten aus Mainz und Wiesbaden gegen eines der größten Kohlekraftwerks-Projekte Deutschlands gekämpft: Die Kraftwerke Main-Wiesbaden wollten auf der Rheininsel Ingelheimer einen 760-Megawatt-Block errichten. Doch der ist nun erst einmal gecancelt. Die Betreiber sprechen von einer Pause, die Gegner hoffen auf das endgültige Aus.

Icon Fotostrecke Fotostrecke: Protest gegen Kohlestrom
Chronik: Der Streit um das Kohlekraftwerk



Demo in Mainz

Tausende lärmen gegen Kraftwerk

Von Mario Thurnes

Bunt war das Spektrum der Macher, bunt das Treiben der Demonstranten auf der Straße: Eltern mit Kinderwagen, eine Sambagruppe und ironische Plakate. Etwa wenn die Veranstalter der Demonstration gegen das Kohlekraftwerk in Anspielung auf den Fraktionsvorsitzenden der Mainzer SPD texten: "Nicht jeder Sucher findet eine Mehrheit."

Am Dienstag zuvor hatte die Kraftwerke Mainz-Wiesbaden AG (KMW) offiziell mit dem Bau begonnen. Zudem schaltete sie Anzeigen, in denen sie die Theorie aufstellte: Die "schweigende Mehrheit" sei für das Kraftwerk. Zwar hatten die Veranstalter zunächst die Sorge: Hoffentlich werden's mehr Teilnehmer als bei den ersten beiden Demos. Sie fürchteten die Schlagzeile: Widerstand gegen Kohlekraftwerk lässt nach.

Attac und CDU gemeinsam



Mehr zum Thema
Alles zum Bau des Kohlekraftwerks auf der Ingelheimer Aue in einem
FR-Spezial
Dann aber zogen nach Angaben der Veranstalter und der Polizei rund 4000 Menschen als "lärmende Minderheit" vom Mainzer Hauptbahnhof los. Organisator war ein Bündnis verschiedener Gruppen – von Die Linke und Attac auf der einen bis zu CDU und Katholisches Dekanat auf der anderen Seite. Auf der Bühne am Gutenbergplatz bewiesen die Redner, dass es ihnen ernst ist mit ihrem Widerstand gegen den Bau: Moderatorin Clara Wörsdörfer ermahnte den KMW-Vorstand, das Projekt sofort zu beenden. Neben den Umweltschäden drohe ein Milliardengrab, weil Kohlestrom nicht mehr wirtschaftlich erfolgreich sein könne.

Die These vertrat auch der Hauptredner: der Geschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe, Rainer Baake. Zudem blockierten neue Kohlekraftwerke den Ausbau der erneuerbaren Energien. Neben Solaranlagen und Windräder seien Kraftwerke nötig, deren Strom kurzfristig abrufbar sei. "Kohlekraftwerke laufen aber rund um die Uhr, sonst rentieren sie sich nicht." Den Managern der Deutschen Bank, die das Kraftwerk finanzieren soll, warf Baake vor, unseriös zu handeln: "In ihren Bankentürmen lassen sie keine Gelegenheit aus, ihr Ansehen jeden Tag neu zu ruinieren."

Nach Baakes Rede skandierten die Teilnehmer vor dem Mainzer Theater: "Wer macht unser Klima krank – Deutsche Bank." Die Mainzer Filiale ist knapp 50 Meter vom Theater entfernt.

Der Anwalt Carl-Christian Müller (Grüne), der die Klagen gegen das Kohlekraftwerk koordiniert, warnte die KMW: "Mittlerweile beschäftigen sich sechs Kanzleien mit unserer Klage." Der Widerstand werde mit dem Baubeginn nicht enden. Diesen hält Müller ohnehin nur für einen PR-Gag, mit dem die Banken beruhigt werden sollen: "Ich habe mir das Gelände angesehen – zwei Bagger stehen da. Was ist das für ein kläglicher Baustart für die größte Einzelinvestition in Rheinland-Pfalz?"

Es sei unseriös, mit dem Bau zu beginnen, solange die Finanzierung noch nicht stehe. Der Oberbürgermeister Jens Beutel (SPD) gehe seiner Kontrollpflicht im Aufsichtsrat der KMW nicht nach. Schon bei der Wohnbau-Pleite habe er in der gleichen Funktion versagt und 800 Millionen Euro Schulden übersehen: "Ein solcher OB gehört nicht ins Rathaus, er gehört in den Ruhestand."
Lesen Sie auch


Pfeil-SymbolArtikel kommentieren (2 Kommentare)



Empfehlen via:    Twitter    Facebook    StudiVZ    MySpace
[ document info ]
Copyright © FR-online.de 2010
Dokument erstellt am 23.05.2009 um 13:10:30 Uhr
Letzte Änderung am 25.05.2009 um 16:19:16 Uhr
Erscheinungsdatum 23.05.2009
Kommentare
1. Andere Art des Protestes



Pfeil-SymbolVerstoß melden

2. Rainer Baake. Zudem blockierten neue Kohlekraftwerke den Ausbau der erneuerbaren Energien
Aha las ich doch heute in der FAZ über Windkraftanlagen auf SEE.
Wörtlich: Der europäische Windkraftverband EWEA schätzt, dass bis 2015 die Stromerzeugungskapazität vor den europäischen Küsten von 1,5 auf 37 Megawatt steigt.

Wer rechnen kann stellt fest dass Windstrom auf hoher See für ganz Europa gerade mal 5 % der Kapazität der KMW ausmachen wird.

Außerdem in einer Grafik die Erzeugerkosten pro kWh.
Braunkohle 2,8 Cent
Atomkraft 3,5 Cent
Windkraft an Land 12,7 Cent
Windkraft auf See 16,1 Cent

Und dass die Industrie den billigen Strom der KMW nicht abnimmt glaubt niemand.
Die Bundesregierung will 1 Mio Elektroautos 2020.
1 Mio E.Kar X 25 kW Leistung = 1.000.000x 25.000W = 25 GigaWatt h für nur eine h Aufladung. = 4 x KMW oder 1 Staudinger plus 1 KMW



Pfeil-SymbolVerstoß melden




FR-online.de interaktiv
Neues aus Mainz
Zur FR-Online-Seite: Mainz

Geschichten von der anderen Rheinseite

Pfeil-Symbol Zum FR-Spezial: Mainz
Politik in Mainz
Zur FR-Online-Seite: Politik in Mainz

Schuldensumpf und Korruptionsvorwürfe

Pfeil-Symbol Zum FR-Spezial: Politik in Mainz
Polizeimeldungen


Schuften für einen Euro
Zum FR-Spezial: Ein-Euro-Jobber

Der Einsatz von Ein-Euro-Jobbern sorgt für Ärger in Wiesbaden

Pfeil-SymbolZum FR-Spezial: Ein-Euro-Jobber
Filmstadt Wiesbaden
Zum FR-Spezial: Filmstadt

Filmhaus, Filmarchiv, schönstes Kino der Republik - Wiesbaden mausert sich wieder zur echten Filmstadt

Pfeil-SymbolFR-Spezial: Filmstadt
Hessenwetter




Copyright © 2010 Frankfurter Rundschau
Startseite | Anzeigenmarkt | Hilfe | Politik | Wirtschaft | Frankfurt | Hessen
Sport | Fotostrecken | Kultur | Medien | Blogs | Auto
Reise | Videos | Spiele | Stellenmarkt | Kfz-Markt | Immobilien
Datenschutzerklärung | Abo-Service | Mediadaten | Kontakt | Impressum | Sitemap
realisiert von evolver media®