Einige Frankfurter neigen ja dazu, ihre Stadt etwas öde zu finden. In Glossen und Essays, auf Vernissage-Gesprächen oder beim Apfelwein in der Kneipe suchen sie nach Worten, um das seltsame Gefühl auszudrücken, in der kleinsten Großstadt Deutschlands zu leben. Aber ist Frankfurt tatsächlich das viel berufene "Metropolendorf?"
In der Kunst jedenfalls ist Frankfurt unbestritten groß(artig), da sind sich selbst die Experten einig. Frankfurt hat mächtig aufgeholt in den vergangenen Jahren, ist internationaler geworden, und im besonderen Maße sind es die Frankfurter Museen, die den hervorragenden Ruf der Kunststadt garantieren. Die großen Häuser, die regelmäßig Publikumsausstellungen realisieren, über die man im Rest der Republik spricht, aber auch die kleinen Kunstinstitutionen, Off-Spaces und Galerien machen den Reiz Frankfurts aus.
Das Museumsufer der 80er Jahre, das sich jeden August selbst feiert, gibt es in all seiner Vielfalt immer noch - doch es hat Konkurrenz bekommen: Das Museum für Moderne Kunst und das furiose Ausstellungsprogramm der Schirn, die Galerien der Frankfurter "Kunstmitte", Portikus, Frankfurter Kunstverein und das Fotografie Forum International sind zum zweiten Kunstzentrum herangewachsen. Noch immer schöpfen die Galerien aus dem Kreativpotential der Städelschule, die unter den deutschen Kunstakademien zu den renommiertesten zählt. Immer wieder erzählen junge Künstler, wie neidisch die Kunstszene zum Beispiel in Hamburg an den Main blickt.
Und tatsächlich: die Gemäldesammlung des Städel, die innovativen, politischen Kunstkonzepte des Kunstvereins, das ungewöhnliche Museum für Angewandte Kunst, das Deutsche Filmmuseum, das Deutsche Architekturmuseum, die Galerien, die Kunsthochschule, die Kunstmesse "art" und nicht zuletzt die Banken mit ihrem finanziellen Engagement: all das ist Nährboden für das Entstehen erfolgreicher Kunst. Deshalb ist Frankfurt auch eine Stadt für Künstler. Um nur einige Namen zu nennen: Thomas Bayrle, Tobias Rehberger, Peter Roehr oder Ayse Erkmen - Kunst aus Frankfurt hat einen international guten Ruf.
In Frankfurt gibt es so viele Museen, das man die Abkürzungen kaum mehr auseinander halten kann: MAK, DAM, MMK sind die bekanntesten, aber wussten Sie etwa, dass sich das Fotografie Forum International auch "FFI" nennt und der Frankfurter Kunstverein eigentlich ein "FKV" ist? Schluss mit dem Abkürzungs-Irrsinn der drei Buchstaben meinen wir, hoffend, dass sich zumindest das Frankfurter Äpfelwein Museum nicht in ein schnödes "FÄM" umbenennt, und wünschen Ihnen nun viel Freude auf allen Wegen durch die Frankfurter Kunstlandschaft.








