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3000 Euro Belohnung

Auto von Fraport-Chefplaner abgefackelt

Ein Brandbeschleuniger erledigte die Arbeit: Heute Nacht haben Unbekannte den Dienstwagen des Fraport-Chefplaners Horst Amann angezündet. Die Polizei schließt einen Anschlag von Gegnern des Flughafenausbaus nicht aus.
VON SILKE RUMMEL UND JUTTA RIPPEGATHER

Am Morgen nach dem Brand des Dienstwagens von Fraport-Chefplaner Horst Amann zwitschern die Vögel in den Bäumen, als sei nichts geschehen. Eine Brise treibt den leichten Brandgeruch durch die Luft. Wo das Auto stand, haben Reste von Brand und Löschschaum die Straße schwarz-weiß gesprenkelt. Ein abgerissenes Polizeiabsperrband hängt schlaff am Zaun. Im Hof der Amanns steht ein Feuerlöscher.

Das Landeskriminalamt (LKA) hat die Ermittlungen übernommen. Der Verdacht der Brandstiftung habe sich erhärtet, sagt ein Sprecher am Nachmittag. An dem Wagen seien zwei nicht miteinander verbundene Brandstellen entdeckt worden. Ein Kotflügel und der rechte Teil der Motorhaube seien abgebrannt, der Motorraum komplett kaputt.

Horst Amann lebt mit seiner Familie in einer ruhigen Wohnstraße in Roßdorf bei Darmstadt. Die Nachbarschaft kennt sich teilweise seit Jahrzehnten. Ina Müller, 55 Jahre, ist eine zierliche Frau mit kurzen Haaren. Sie saß schon mit ihm im Sandkasten. Es sei eine "gute, gewachsene Nachbarschaft", sagt sie. Horst Amann habe schon einmal ihre 83-jährige Mutter "gerettet", als diese im Hof gefallen war.

Am Dienstag feierte er offenbar seinen Geburtstag. Er verabschiedete noch einen Gast, der lief noch an Amanns Dienstwagen vorbei - einem silbernen VW Tuareg, entgegen der Fahrtrichtung vor dem Haus auf dem Bürgersteig geparkt. Fünf Minuten später brannte das Auto. Ina Müller war die Erste, die den Brand entdeckte. Sie dachte, sie hätte das Hoftor schlagen hören und ging hinaus, um nachzusehen. Gegen 0.40 Uhr sei das gewesen, berichtet sie. Noch als sie in der Haustüre stand, habe sie den Feuerschein gesehen. Und schrie sogleich: "Horst, Feuer!" Und nochmal: "Horst, Dein Auto brennt!"

Amann sei mit dem Feuerlöscher aus dem Haus gerannt und habe zu löschen versucht. Die straßengewandte Seite des Autos stand in Flammen, berichten Nachbarn. Der Scheibenwischer wischte, die Heckklappe vibrierte, die Elektronik des Wagens blinkte.

"Ich bin dankbar, dass es keinen getroffen hat", sagt Ina Müller. Als sie in der Nacht sah, wie ein Reifen des Wagens fast mit dem Asphalt verschmolzen sei, seien ihr die Tränen gekommen. "Das ist einfach Gewalttätigkeit", sagt sie. "Das ist nicht der Weg, etwas zu demonstrieren." Ein Nachbar habe zu ihr gesagt, er habe ein Auto davonrasen hören, berichtet Ina Müller weiter. Sie habe niemanden gesehen. Aber mindestens zweimal habe es geknallt. "Das war ganz schön gewaltig", sagt eine andere Nachbarin, die vis à vis von Amanns wohnt. Ihr Mann habe sie geweckt und gesagt: "Du komm mal raus, hier riecht's aber komisch nach Gummi." Sie habe sich einen Morgenrock angezogen und sei nach draußen.

Nachbarn geschockt


Der Schreck sitzt der Frau am Mittwochvormittag noch in den Gliedern. Während sie berichtet, fährt ein Polizeiwagen vorbei. Der Tuareg hätte ja auch explodieren können, sagt die Frau. Und dann? Sie hat kaum geschlafen in der Nacht. Wie viele. Ein anderer Nachbar, auch von gegenüber, lag schon im Bett, als er einen Schlag hörte. Wenig später kam die Feuerwehr, er zog die Rollläden hoch und sah nur Qualm. Als er auf die Straße kam, hätten rund 20 Leute aus der Nachbarschaft auf der Straße gestanden. Die Beifahrerseite des Wagens sei so stark beschädigt gewesen. "Das kann man sich gar nicht vorstellen." Kurz danach sei alles abgesperrt worden.

Mittwochnachmittag setzte die Staatsanwaltschaft eine Belohnung von 3000 Euro aus. Agenturmeldungen, wonach eine Brandsatz oder ein Brandbeschleuniger benutzt wurden, bestätigte das LKA nicht. Die Untersuchungen im Labor seien noch nicht abgeschlossen, sagt Sprecher Udo Bühler, der einen Zusammenhang mit dem Flughafenausbau nicht ausschließt. Bisher sei der Protest zwar "sehr friedlich" gewesen und es gebe kein Bekennerschreiben. Doch die Qualität des Brandstiftung sei von einer "Art wie teilweise gewalttätige Demonstranten ihren Unmut kundtun".

Die Nachbarin von gegenüber wundert sich. "Amann hat viel Sympathie hier", sagt sie und fügt hinzu: "Das ist schon schlimm, dass Menschen zu so etwas fähig sind."
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Dokument erstellt am 11.03.2009 um 08:52:55 Uhr
Letzte Änderung am 12.03.2009 um 12:27:51 Uhr
Erscheinungsdatum 11.03.2009
Kommentare
1. Niedlich
Diese Leute haben vor nichts Respekt !
Mitten in der Nacht die armen Vögelchen aufzuschrecken. Na, Gott sei Dank waren die Vögelchen am Morgen aber wieder guter Dinge und zwitscherten wieder, als wäre nichts geschehen (lt. Augenzeugenberichten).

Ob die Vögelchen am Flughafen auch so schön zwitschern ?



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2. Beängstigend!
Makaberes Schauspiel, langsam zeigen die Umweltschützer wie gewaltbereit sie sind. Schon damals bei der Startbahn West kam ein Polizist ums Leben, heuer zeigt sich wieder ein steigendes Gewaltpotenzial. Hoffentlich schützt uns der Staat vor den Anarchisten. Die Krawall und Radaubrüder kennen das Wort Arbeit nicht und machen lieber Randale. Mir ist der Fraport lieber, als diese gewalttätigen Radaubrüder. Die Fraport AG tut übrigens im Gegenzug mehr Wald aufforsten, als zerstört wird und das wird leider kaum erwähnt!!!



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3. hihi
"tut aufforsten" oder "forstet auf"?

danke für's "beschmunzeln" in diesen harten zeiten!



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4. Die Arroganz der Macht
Dass eine nicht zu rechtfertigende Untat gerade den Chefplaner der Fraport getroffen hat, wundert den aufmerksamen Beobachter nicht. Er ist - neben Bender - das Gesicht der Arroganz der Macht und benimmt sich dem besorgten Bürger gegenüber wie ein Landesfürst gegenüber seinen Abhängigen, um nicht zu sagen wie die Axt im Kelsterbacher Walde.

Er wird den Verlust seines Dienstwagens wohl kaum zu spüren bekommen, denn der wird wohl ersetzt werden. Auch aus diesem Grund war der Anschlag SINNLOS und KONTRAPRODUKTIV im Sinne der Sache der Flughafenausbaugegner. Das ins Stammbuch der Täter, falls sie des Lesens mächtig sein sollten.



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5. @Linkssozi
Schon einmal dran gedacht,

das der Brandanschlag von einem Ausbaubefürworter gelegt worden sein könnte? Ich meine, es kursiert noch die andere Geschichte, daß in jener nacht ein schwarzer Mercedes sich mit überhöhter Geschwindigkeit vom Tatort entfernte. Und kurz danach der Karren des Ausbauplaners in lichten Flammen stand!

Geht man der Sache auf den Grund, ist es sehr wahrscheinlich, daß entweder FraPort selbst den Wagen ihres Planers abfackelte, oder aber die politische Rechte, die den Flughafenausbau selbst in Zeiten der Krise als unbedingt notwendig erachtet.

Immerhin sollen ja 40.000 € 400-Jobs dadurch geschaffen werden!

Ein Ausbaugegner war das garantiert nicht. Jene hätten im Kelsterbacher Wald ein Baufahrzeug abgefackelt, aber nicht einen Dienstwagen in Roßdorf!



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