Sechzehn aus Stein gehauene Koffer - so könnte das Frankfurter Gastarbeiter-Denkmal aussehen. Doch weil es schnell in Vergessenheit geriet, rückte auch die Diskussion über eine ästhetische Bewertung in den Hintergrund. Immerhin herrscht über den Standort große Einigkeit: Vor dem Hauptbahnhof soll das Denkmal stehen - dort, wo die Menschen, die sich in Frankfurt fern der Heimat nach einer Arbeit umsahen, angekommen sind.
Nun möchten Frankfurts neue Integrationsdezernentin, Nargess Eskandari-Grünberg (Grüne), und die Kommunale Ausländervertretung (KAV) wieder Schwung in das Projekt bringen, das seit Jahren auf Eis liegt. In der KAV-Sitzung am Montagabend wurde ein Antrag beschlossen, damit das Gastarbeiter-Denkmal "endlich zeitnah" aufgestellt wird. Die ersten Gastarbeiter seien "mittlerweile im fortgeschrittenen Rentenalter". Es müsse angestrebt werden, "dass bei der Einweihung auch noch einige von ihnen dabei sein können".
Mit dem Denkmal werde die Stadt ein Zeichen setzen. Ästhetische Bedenken wischte die KAV rigoros beiseite: Wo bayerische Bierzelte errichtet sind und irgendwelche Werbe-Events abgespult werden - da könne auch dieses Denkmal stehen. Über ein Drittel der Frankfurter hätten einen "Migrationshintergrund", untermauerte der KAV-Vorsitzende Enis Rifat Gülegen am Dienstag die Forderung seines Gremiums
Nun soll demnächst der Bahnhofs-Vorplatz neu gestaltet werden - und dabei auch ein Standort für das Denkmal geschaffen werden. Eskandari-Grünberg liegt das Denkmal "sehr am Herzen". Wenn im Frühjahr 2009 in der Paulskirche die Veranstaltung "50 Jahre Gastarbeiter in Frankfurt" begangen wird, sollte es das Denkmal nach Möglichkeit schon geben. Eskandari-Grünberg steht zu der Koffer-Skulptur - räumt allerdings ein, dass der Künstler seinen Entwurf überarbeiten und den Planungen anpassen soll.
Kulturdezernent Felix Semmelroth (CDU) ist mit dem Standort Bahnhofs-Vorplatz ebenfalls sehr einverstanden. Aber den in einem Wettbewerb gefundenen Entwurf für das Denkmal, den werde er sich "noch mal genau anschauen". Es müsse "sich einfügen und wahrgenommen werden", meint der Stadtrat.

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