Unbekannte haben am Sonntagabend die beiden Stadverordneten der Freien Wähler, Wolfgang Hübner und Hans-Günter Müller, angegriffen. Der 61 Jahre alte Müller wurde dabei geschlagen und getreten und leicht verletzt. Kurz zuvor hatten etwa 25 Mitglieder der Autonomen Antifa eine Gedenkveranstaltung der BFF gestört, die an die Opfer der alliierten Luftangriffe auf Frankfurt vor 65 Jahren erinnern sollte. Die Antifa wirft der BFF vor, damit "die Deutschen Verbrechen zu relativieren". In der Nacht zu Montag sprühten unbekannte Täter zudem den Satz "Hier wohnt ein Nazi" an das Haus von Hans-Günter Müller in Eschersheim.
Nach Angaben von Müller lauerten die vermummten Angreifer den beiden Stadtverordneten auf, als diese nach der Gedenkveranstaltung die BFF-Fraktionsgeschäftsstelle an der Bethmannstraße verlassen wollten. Die beiden Männer hatten gerade die Straße überquert, als die vier schwarz gekleideten Angreifer auf sie zukamen und den BFF-Fraktionsvorsitzenden Hübner als Nazi bezeichneten, berichtet Müller. Während Hübner rechtzeitig zurück in das Haus flüchten konnte, bekam Müller Schläge auf die Brust und ins Gesicht ab, bevor er sich ebenfalls im Foyer des Alten Rathauses in Sicherheit bringen konnte.
"Angriff auf den Staat"
Nach dem Übergriff erstatteten die beiden Stadtverordneten der Fraktion Bürger für Frankfurt (BFF) Anzeige bei der Polizei. Müller erstattete außerdem Anzeige wegen der Parole, die an die Wand seines Hauses gesprüht wurde. Der 61-jährige Müller bezeichnete die Parole als "Angriff auf den Staat". Davon will man bei der Polizei nicht sprechen. "Der Staat ist dadurch sicher nicht gefährdet", sagte Sprecher der Frankfurter Polizei. Die ermittelt nun wegen Störung der Veranstaltung, Nötigung und Körperverletzung sowie Sachbeschädigung.


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