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Hübner will von Aufruhr nichts wissen

Von Matthias Arning

Für Olaf Cunitz ist die Angelegenheit nicht erledigt. "Herr Hübner muss seine Rolle klären", sagt der Fraktionschef der Grünen über seinen Kollegen von den Freien Wählern. Augenzeugen könnten belegen, dass Hübner vor dem Diskussionsabend am vergangenen Donnerstag mit denen gesprochen habe, die später die Debatte gestört hatten. Bei der offiziellen Veranstaltung der Stadt ging es um den Entwurf für ein Integrationskonzept, den Dezernentin Nargess Eskandari-Grünberg (Grüne) Anfang Oktober vorgestellt hatte.

Bei der Veranstaltung mit Daniel Cohn-Bendit, Fraktionschef der Grünen im Europaparlament und früher Frankfurts Dezernent für Multikulturelle Angelegenheit, entrollten junge Männer ein Transparent mit dem auf ein Plakat der Studentenbewegung 1968 anspielenden Satz: "Daniel redet vom Wetter. Wir nicht". Sie selbst wiesen sich als Mitglieder der Gruppe "Sezession" aus und verstehen ihr Stören als weitere "konservativ-subversive Aktion".

Hübner selbst weist jede Verantwortung für die Störung zurück. "Ich habe damit nichts zu tun", sagt der Politiker am Montag auf Anfrage der FR. Gleichwohl sei ihm bereits an diesem Abend im Gallus-Theater durch die Blicke der Grünen deutlich geworden, dass man sich dort gefragt habe: "Hat der Hübner jetzt den Einsatzbefehl gegeben?" Dazu könne er nur sagen: Habe er nicht. Vielmehr wolle seine Römer-Fraktion demnächst allein inhaltlich "eine Auseinandersetzung mit Frau Eskandari führen".

Hübner bestreitet nicht, einen der führenden Mitstreiter der "Sezession" im Rhein-Main-Gebiet gut zu kennen: Carlo Clemens. Der habe in seiner Fraktion ein Praktikum gemacht, berichtet der Stadtverordnete. Danach habe er dem jungen Mann bestätigt, "gut, fleißig und nett" zu sein. Auch nach diesem Praktikum sei er Clemens "weiterhin verbunden".

Rundgang ohne "physische Angst"



Clemens selbst berichtet auf einer Internetseite der jungen Rechtskonservativen von seinem "Praktikum im Römer" und von seinen Erlebnissen im Gallus. Nach einem Rundgang durch den westlichen Stadtteil zieht Clemens, der in Offenbach lebt, in einem Aufsatz Bilanz: Im Gallus müsse man sich nicht fürchten, zumindest nicht "in physischer Weise". Das Gallus sei vielmehr "lediglich zu einer reinen nichtdeutschen und sozialbaulichen Parallelgesellschaft geworden". Das geht den jungen Konservativen gegen den Strich, sie orientieren sich medial an der rechten Publikation "Junge Freiheit", und verkaufen auch aus Solidarität mit dem umstrittenen Bundesbank-Manager Thilo Sarrazin T-Shirts mit dessen Porträt.

Hübner seinerseits hatte Sarrazin verteidigt gegen den Vorwurf, in Berlin hetzerisch zu wirken: So etwas müsse man doch wohl sagen dürfen. In diesem Zusammenhang hielt der Fraktionschef auch gleich noch der Integrationsdezernentin Eskandari-Grünberg vor, "zwar nicht mit ihren weiblichen Reizen zu geizen", wohl aber damit, sich "gegen die schleichende Islamisierung zu wenden".

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Dokument erstellt am 23.11.2009 um 15:27:01 Uhr
Letzte Änderung am 23.11.2009 um 17:24:58 Uhr
Erscheinungsdatum 23.11.2009 | Ausgabe: s
Kommentare
1. Hübner will von Aufruhr nichts wissen
1:0 für Hübner

Claro, man kann durchaus vermuten, der politische Subversor Hübner habe die offensive und spektakuläre Störaktion im Verborgenen vorbereitet. Beweisen kann man es nicht, auch wenn er seine Verbindungen ins neu-rechte Milieu gar nicht bestreitet. Die Veranstaltung der Stadt Frankfurt bot der Gruppe "Sezession" ein Forum für deren rechtskonservative Positionen, obwohl die Störung den Veranstaltern angekündigt wurde. Die FR bietet nun Hübner ein Podium für seinen Anspruch der Diskurshoheit in der Debatte um die Integration. Die Taktik der Neuen Rechten, durch konservativ-subversive Aktionen und publizistische Tätigkeiten den Integrationsdiskurs zu infiltrieren, ideologische Inhalte einzubringen, mehrheitliche Akzeptanz zu schaffen und die öffentliche Meinung langfristig zu d



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2. Und was noch?
Wurden nach der konservativ subersiven Aktion Polizisten angegriffen, wurden Scheiben eingeworfen, brannten Autos?

Falls nein, bleibt nur zu bemerken, dass sich die Störer durchweg rechtsstaatlicher Maßnahmen bedient haben.

Ferner wäre es sehr schön gewesen, wenn der Autor des Textes weniger auf die hier vollkommen unwichtige Person Hübner, dafür mehr auf den Inhalt der Aktion an sich eingegangen wäre.



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