Anderthalb Jahre nach dem Abbruch der Bauarbeiten könnte es zu Beginn des nächsten Jahres mit dem Vorhaben weitergehen, das Mark Gellert, der Sprecher von Baudezernent Edwin Schwarz, "das wichtigste Einzelprojekt der kommenden Jahre" nennt: Der Neubau der Europäischen Zentralbank (EZB) im Ostend. Zwar will die bei dem Geldinstitut für das Projekt zuständige Sprecherin Andrea Jürges am Mittwoch "dazu nichts kommentieren", doch klar ist: Die Währungshüter sind mit der zweiten Ausschreibung ihres Neubaus zufrieden. Also dürfte für den Rat, das höchste Gremium der EZB, der sich am heutigen Donnerstag in seiner letzten Sitzung des Jahres mit dem Projekt befasst, einer Entscheidung für den Neubau nach den Plänen des Architekturbüros Coop Himmelb(l)au nichts mehr im Wege stehen.
Erst im Sommer hatte Andrea Jürges die Perspektiven der Zentralbank deutlich gemacht: "Unser Ziel ist es, zu Jahresbeginn den Bau zu starten." Ihren Optimismus nährte die Sprecherin des Geldinstituts aus der Tatsache, dass die Resonanz auf die zweite öffentliche Ausschreibung des Projekts keinen Anlass zu Klagen bietet. Das war im ersten Durchgang ganz anders: Die Bank fand keinen Generalunternehmer für das mit 500 Millionen Euro angesetzte Vorhaben. Die eingereichten Gebote lagen weit außerhalb des Kostenrahmens, den sich die Europäische Union und die Geldmanager gesetzt hatten. Dem Vernehmen nach gab es einen Bauunternehmer, der für 1,4 Milliarden Euro das Projekt im Ostend angegangen wäre. Nach dem Ende der Ausschreibung prüfte die EZB zunächst diverse Standorte in der Stadt, kam dann aber zu dem Ergebnis: Neu ausschreiben.
Und zwar in zwei Phasen: Nach der Ausschreibung des Rohbaus konnten sich Bauunternehmen um die Realisierung einzelner Gewerke bewerben. In insgesamt 15 Gewerke zerlegten die Baumanager der EZB ihre Vorhaben und stellten am Tag vor der Entscheidung des Rates fest: Es mangele nicht an Bewerbern um Aufträge für diverse Bauarbeiten.
Arbeiten ruhen seit Monaten
Seit Sommer vorigen Jahres ruhen die vorbereitenden Arbeiten für das 185 Meter in den Himmel ragende Hochhaus, das in unmittelbarer Nachbarschaft zur ehemaligen Großmarkthalle am Ufer des Mains entstehen soll. Geht es dort Anfang 2010 weiter, könnten die Büros vier Jahre später bezogen werden.
Video-Audio-Slideshow von der Großmarkthalle:
Bei der Stadt gibt es daran, dass die Arbeiten jetzt weitergehen werden, keine Zweifel. Zumal das alles zügig gehen könne, weil die Bank eine gültige Baugenehmigung für das Areal entlang der inzwischen weitgehend sanierten Sonnemannstraße habe und nach einem entsprechenden Hinweis an die Bauaufsicht unmittelbar anfangen könne, heißt es im Büro von Planungsdezernent Edwin Schwarz. Dort ist man nach den Worten von Behördensprecher Gellert "sehr optimistisch", dass das nun etwas werde.


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