Herr Weißbarth hat abgesagt." Eine Nachricht, die die Kommunale Ausländervertretung Frankfurt (KAV) verstimmte. Denn auch die Position des Herrn Weißbarth als Vertreter der Bürgerinitiative gegen den Moscheebau in Hausen wollte das Gremium auf seiner jüngsten Sitzung hören. Horst Weißbarth aber hatte am Freitag per E-mail mitgeteilt, dass er am Montagabend nicht dabei sein werde - mit der Begründung, dass "er seine Teilnahme vor einer Entscheidung des örtlichen zuständigen Gremiums für verfrüht" halte.
Was dagegen spreche, der Einladung eines demokratisch gewählten Gremiums nachzukommen? Für die Frankfurter Migrantenvertreter war es eher ein "Armutszeugnis", dass gerade die Gruppe, die gegen das Bauvorhaben der Hazrat-Fatima-Gemeinde im Stadtteil mobilisiert, es vorzog, sich dem Gespräch zu entziehen.
Ünal Kaymakçi von der Hazrat-Fatima-Gemeinde hingegen nutzte die Gelegenheit, über das Projekt am Fischstein-Kreisel zu informieren. Seit Wochen macht der 35-Jährige, der Generalsekretär des Trägervereins ist, fast nichts anderes mehr. Routiniert berichtete er dem Gremium von den Plänen. Auf grundsätzliche Bedenken stieß Kaymakçi nicht. Dies liegt wohl auch daran, dass der Jurist zum einen das Argumentieren gewöhnt ist und zum anderen, dass er die bisher - etwa in Gesprächen mit den Römer-Fraktionen und anderen Gruppen - eingebrachten Einwände in das Bauvorhaben integriert hat.
Bei seiner Präsentation am Montagabend erklärte Kaymakçi, dass der Verkauf beziehungsweise die Vermietung der Wohnungen und Läden, die links neben dem Gemeindezentrum entstehen werden, über den freien Markt erfolgen werde - wie von der Frankfurter SPD-Fraktion angeregt wurde. Vorbereitet war Kaymakçi auch auf Einwände aus den Reihen der KAV-Mitglieder. So berichtete ein aus Italien stammender Vertreter, über persönliche Umfragen erfahren zu haben, dass die Menschen im Viertel die Moschee nicht haben wollen, weil es "eine Vergewaltigung der sozialen Struktur" bedeute. Schließlich frage er Kaymakçi: "Warum wollen sie auf einem Platz bauen, wo sie nicht akzeptiert werden?"
Für den Moscheeverein ist das Grundstück am Industriehof ideal; es sei wie "Fügung Gottes", dass diese Baufläche gefunden worden sei. Denn es befinde sich nicht in einem "Fabrikumfeld" und auch nicht im Ortskern. Ideal sei es, "weil wir Menschen als Nachbarn haben möchten und dort beten wollen, wo wir leben". Selbst wenn ganz Frankfurt dagegen wäre, gebe es doch Gesetze und Rechte. Muslime seien Bestandteil dieser Gesellschaft und hätten Anspruch darauf, in angemessen Räumlichkeiten ihren Glauben zu praktizieren.
Argumente der Gegner - etwa Entfremdung des Stadtteils kann Kaymakçi nicht verstehen. Der Sohn türkischer Eltern, der in Deutschland zur Welt gekommen ist, nennt gerade die Hazrat-Fatima-Gemeinde als bestes Beispiel für Integration. Da hätten sich zwei Gemeinden, aus der Türkei und aus Pakistan stammenden Schiiten, über ethnische Grenzen hinweg für ein Ziel zusammengetan: nämlich in einem repräsentativen Gotteshaus zu beten. Dieses Modell empfiehlt er auch anderen muslimischen Gemeinden. "In Höchst gibt es vier sunnitische Gotteshäuser. Sie könnten sich doch, statt in Hinterhofmoscheen zu beten, auch zusammentun für ein schönes Gemeindezentrum."

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