Eigentlich wollte Michael Rack an diesem sonnigen Samstag nur einen kleinen Spaziergang am Fluss machen. Stattdessen kniet der 40-Jährige um kurz nach halb zwei neben einem leblosen Körper am Mainufer, lässt den 30 Herzdruckmassagen zwei Mund-zu-Mund-Beatmungen folgen. Beim Aktionstag "Frankfurt hilft" konnten die Menschen am Samstag nicht nur erleben, wie Hilfsorganisationen im Ernstfall ihre Arbeit verrichten, sondern auch die eigenen Kenntnisse auffrischen.
"Mein letzter Erste-Hilfe-Kurs ist 23 oder 24 Jahre her", sagt Rack etwas außer Atem nach dem Notfalltraining an der Puppe des Arbeiter-Samariter-Bunds (ASB) auf dem Rasenstreifen am Mainkai. Ein paar Meter weiter reihen sich auf der Straße die bulligen Einsatzwagen von Technischem Hilfswerk (THW) Feuerwehr.
Stefan Ziegler ist mit Leib und Seele Feuerwehrmann. Am Löschgruppenfahrzeug 106 kennt der Gruppen- und Zugführer der Freiwilligen Feuerwehr Rödelheim jede Schraube und wirft mit Zahlen nur so um sich: Mehr als zehn Tonnen schwer ist das Gefährt, 1000 Liter fasst der Wassertank, neun Mann Besatzung hantieren im Ernstfall mit rund 375 Metern Schlauch. Ein junger Mann, Anfang 30, posiert an der Beifahrertür vor der Kamera seiner Freundin. Männerträume.
Vier Meter hoher Feuerball
Einem Albtraum kommt die Fettexplosion gleich, mit der seine Kollegen in Höhe des Eisernen Stegs die Passanten eindrucksvoll davor warnen, brennendes Fett mit Wasser zu löschen. Locker vier Meter hoch schlägt der Feuerball über dem Metallzylinder, nachdem ein Feuerwehrmann über einen Zugmechanismus aus sicherer Entfernung einen kleinen Becher Wasser in das Gefäß mit dem brennenden Fett gekippt hat.
Die sieben Hilfsorganisationen und ihre freiwilligen Helfer, vom Roten Kreuz, dem ASB, den Maltesern und Johannitern über die DLRG bis hin zur Freiwilligen Feuerwehr und dem THW legen sich am Samstag mächtig ins Zeug, um den Menschen ihre Arbeit zu vermitteln. Schwerpunktthema ist der Katastrophenschutz. Der Reservistenverband der Bundeswehr lockt mit dem Wiesel-Panzer junge Männer, die Rettungshundestaffel eher die Kinder. Trotzdem ist der Zuschauerandrang mehr als verhalten.
Am Stand der Malteser etwa sind die Helfer am frühen Nachmittag unter sich. Bei der Nachwuchssuche, sagt einer, gehe es den Maltesern eben nicht besser als anderen Vereinen. "Aber heute, da hätten es schon ein paar mehr Besucher sein können."

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