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09. Februar 2010
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Interview

"Wir üben Notfälle"

Sicherheitsdzernent Volker Stein über die Katastrophen-Vorsorge.
CIA und BND, so heißt es, warnen vor einem Terror-Anschlag in Frankfurt. Herr Stein, machen Sie sich Sorgen?

Ich bin insofern besorgt, als dass ich diese Warnungen ernst nehme. Ich bin vom Frankfurter Polizeipräsidenten über entsprechende Warnungen informiert worden. Frankfurt ist unzweifelhaft nach Berlin die deutsche Stadt, die am meisten bedroht ist, Ziel von islamistisch-terroristischen Anschlägen zu werden. Das liegt auch an ihrer Symbolkraft als Bankenstadt, als europäische Finanzmetropole und an ihrer logistischen Zentralfunktion.

Kann eine Stadt denn überhaupt etwas tun, um sich vor einer solchen Gefahr zu schützen?

Da gibt es die Prävention, die ist in erster Linie Aufgabe der Polizei auf Bundes- und Landesebene. Aber auch die Stadtpolizei ist angewiesen, verstärkt auf den Straßen in der Innenstadt Streife zu gehen. Wir greifen aber nicht in die Fahndung nach potenziellen Tätern ein. Eine Stadt muss aber vor allem gut vorbereitet sein, wenn es zum Ernstfall kommt.

Zur Person
Volker Stein ist seit November 2007 Dezernent für Ordnung, Sicherheit und Brandschutz. Ihm untersteht unter anderem die Frankfurter Feuerwehr. Volker Stein kam 1950 in Frankfurt auf die Welt.

Das FDP-Mitglied und stellvertretender Vorsitzender der Partei ist ausgebildeter Lehrer. Zudem hat er den Dienstgrad Oberst der Reserve.

Schwarz-Grün lässt ein FDP-Mitglied im Magistrat zu, Mitglied der Koalition ist die FDP aber nicht. (ox)
Ist Frankfurt denn gut darauf vorbereitet?

Das sind wir. Wir haben eine erstklassige Feuerwehr, die auf dem technisch höchsten Stand ist. Hilfsorganisationen wie Deutsches Rotes Kreuz, Johanniter, Malteser, Arbeiter-Samariter-Bund, Technisches Hilfswerk sind hervorragend ausgebildet, vernetzt, miteinander abgestimmt. Ebenso die Krankenhäuser. Sie können davon ausgehen, dass wir alle Optionen der Verletzlichkeit einer Großstadt in Mitteleuropa bereits durchgespielt haben.

Was genau bedeutet das?

Das heißt: Wir üben Notfälle und zwar in regelmäßigen Abständen. Wir haben das bereits zur Fußballweltmeisterschaft 2006 getan. Es gibt einen festen Katastrophenstab, der sämtliche Szenarien durchspielt.

Wer gehört dazu?

Das sind die freiwilligen Hilfsorganisationen und die Feuerwehr, das ist die Oberbürgermeisterin und ich als ihr Stellvertreter in diesem Gremium. Auch die Bundeswehr, vertreten durch ihre Verbindungskommandos. Dabei sind auch die Ämter, die notwendig sind, um die Überlebensfähigkeit einer Stadt sicherzustellen, zum Beispiel Ordnungsamt, Straßenbau, Gesundheit, Stadtentwässerung, Vertreter der städtischen Energieversorger.

Wie übt der Katastrophenstab?

Wir spielen die Lage so durch, als wäre sie tatsächlich eingetreten. Neben der Versorgung der Verletzten geht es auch darum, die Funktionsfähigkeit einer Stadt aufrechtzuerhalten. Dazu gehört die Versorgung mit Lebensmitteln und Energie. Wir sammeln Erkenntnisse und aktualisieren uns ständig.

Interview: Jutta Ochs
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Dokument erstellt am 24.09.2009 um 18:02:09 Uhr
Letzte Änderung am 25.09.2009 um 08:48:22 Uhr
Erscheinungsdatum 24.09.2009 | Ausgabe: s
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