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Punker im Visier

Die Stadt Wiesbaden installiert am Hauptbahnhof eine Videoüberwachung. Neun Kameras filmen künftig Vorplatz und Unterführung.
Von Mario Thurnes

Die Stadt kauft neun Kameras, um künftig den gesamten Bahnhofsvorplatz und die Unterführung zu filmen. Das hat der Magistrat beschlossen, wie die Stadt bestätigt. Ziel sei es, die Sicherheit auf dem Gelände zu erhöhen. Kritiker fürchten, dass so unliebsame Gruppen verdrängt werden. Zum Beispiel die Punker, die sich regelmäßig in größeren Gruppen vor dem Bahnhof treffen.

Vom Lilien-Carré im Westen bis zum Taxiplatz im Osten werde der gesamte Bahnhofsvorplatz künftig gefilmt, sagt Frank Sand, Referent im Dezernat für Bürgerangelegenheiten. Sechs so genannte Domkameras werden eingesetzt, eine davon in der Unterführung. Sie sind schwenkbar und bilden ein größeres Gelände ab. Hinzu kommen drei Fix-Kameras, die auf die Treppen der Unterführung gerichtet sein werden.

"Aufklärung ist Sicherheit"


Streifen des Ordnungsamtes hätten mehr gebracht, kritisiert der stellvertretende Vorsitzende der Rathaus-SPD, Peter Schickel. Die Streifen hätten die Sicherheit vor Ort erhöht. Kameras hingegen würden nur später bei der Aufklärung helfen. Dem hält Sand entgegen: "Aufklärung ist auch ein Teil der Sicherheit - je höher die Aufklärungsrate, je mehr Menschen werden von Straftaten abgeschreckt."

Der Fraktionsvorstand der Linken Liste, Jürgen Becker, hat ebenfalls Einwände gegen die Videoüberwachung. Zwar sei es in Ordnung, wenn etwa Drogendealer gefilmt und überführt würden. Mit den Kameras würden aber auch Gruppen verdrängt, die dem bürgerlichen Wiesbaden unlieb seien. Solche wie die Punks - obwohl sie friedlich zu den Passanten seien.

Das Problem sei, so Becker, dass die Stadt solchen Gruppen nur diktiere, wo sie nicht sein dürften. Er erwartet einen gleichen Verlauf wie am Platz der Deutschen Einheit. "Dort sind die Obdachlosen auch verdrängt worden. Jetzt sitzen sie in der Adolfsallee und es gibt wieder Ärger."

Sand dementiert, dass es um die Verdrängung der Punks gehe. Mit den Kameras sollten nur Straftaten dokumentiert werden, die dann von der Polizei verfolgt würden. "Wer sich friedlich versammelt, hat nichts zu befürchten." Der Ortsvorsteher von Südost, Andreas Knüttel (CDU), räumt hingegen ein, dass er durchaus will, die Punker würden verschwinden: "Ich hätte nichts dagegen, wenn es sich so auswirkt." Wie die SPD befürwortet er Streifen am Bahnhof. Das sei aber eine Aufgabe der Bundespolizei, der diese stärker nachgehen sollte.

Die Stadt schafft im Ordnungsamt laut Sand sechs zusätzliche Stellen für die Überwachung der Kameras. Die Aufgabe sei hoheitlich, dürfe also nicht an eine private Firma vergeben werden. Die Bänder würden nach Datenschutzgesetz nach 48 Stunden wieder gelöscht.

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Copyright © FR-online.de 2010
Dokument erstellt am 16.10.2009 um 15:27:01 Uhr
Letzte Änderung am 16.10.2009 um 17:48:28 Uhr
Erscheinungsdatum 16.10.2009 | Ausgabe: r1nw
Kommentare
1. Vorsorge statt Nachsorge
so könnte man das Vorhaben beschreiben. Es muss erst etwas passieren, damit die Kameras "erfolgreich" sind. Toll. Vielleicht geschehen in der Tat weniger Straftaten in gefilmten Bereich. Die Ereignisse in der Münchner Bahn wurden auch gefilmt. In jedem Fall kann das "Platz-der-Deutsche-Einheit-Phänomen" bestimmt wieder beobachtet werden: es wird nichts verhindert, sondern nur verlagert. Toll.



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2. videoüberwachung am hauptbahnhof
was sollen die bedenken.in ländern mit der urdemokratie ist das eine selbstverständlichkeit. selbst die punker können da bleiben, wenn sie nur trinken. wer fußstreifen fordert, muss die Gelder bereitstellen zur aufstockung der wachdienststärken um mindestens 100 % und die fußstreifen sind nicht wirkungsvoll, da sie bei 24 std. höchstens nur 1 std. vor ort abdecken. raubüberfall auf rollstuhlfahrer, mann zum schwerbehinderten geprügelt usw. es darf keine rechtsfreien räume für kriminelle geben. so verunsicherung, 24 std. inaugenscheinnahme durch video und zeitnahe alarmierung. alles andere
ist wunschdenken. wir ältere und behinderte wollen nicht in angst leben, auch die punker wollen das. das ist lebensqualität.



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3. @ benni
Und die Kameras beobachten sich von selbst? Da sitzen doch wohl Menschen davor und die kosten auch Geld. Leider steht im Text nix davon. Weiß jemand, was die kosten?



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4. kosten
die kameras kosten 100000 euro, das personal 300000 euro im jahr.



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5. Notwendig
Ach ja, die Punker in den Reisingeranlagen sind friedfertig...
Das ist neu. Noch nicht lange her sind einige Punker besoffen über die Bahnhofsstrasse gerannt um einen Mitpunker die "Fresse einzuschlagen".
Dabei wurde einer der Punker (zum Glück kein unbeteiligeter Fußgänger) angefahren. Aber die süßen Kleinen wollen ja nur spielen, gelle.
Ja, ich fühle mich Unwohl, wenn ich diese besoffenen (berauschten...) Punker antreffe und wechsel die Strassenseite.
Warum muss ich mir als Arbeitnehmer und Steuerzahler von diesen (offensichtlich nichts zur Gesellschaft beitragenden Herrschaften) mein Leben negativ beeinflussen lassen?
Welche Eltern lassen Ihre Kinder noch gerne in der Reisingeranlage spielen?
Welche Eltern laasen Ihre Kinder noch gerne in der Adolfsallee spielen?
DANKE GUTMENSCH



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