Kassel (dpa) - Nach dem Überfall auf ein Zeltlager linker Jugendlicher am Sonntag hat der mutmaßliche Haupttäter die Gewalttat zugegeben. Er habe in der Vernehmung eingeräumt, ein 13-jähriges Mädchen schwer verletzt zu haben, sagte Oberstaatsanwalt Hans-Manfred Jung.
Zudem habe sich der 19-Jährige zu einer rechtsradikalen Gesinnung bekannt. Die Ermittlungen von würden sich vermutlich noch einige Wochen hinziehen. Die drei mutmaßlichen Mittäter sind wieder auf freiem Fuß.
Nach derzeitigem Ermittlungsstand waren zwei junge Männer am Sonntagmorgen am Neuenhainer See 40 Kilometer südlich von Kassel über den zweieinhalb Meter hohen Zaun eines Camps gestiegen, in dem die Jugendorganisation der Partei "Die Linke" zeltete.
Der 19-Jährige drang in ein Zelt ein und schlug mit herumliegenden Gegenständen auf ein schlafendes Mädchen ein und verletzte es lebensgefährlich.
Anschließend rannten der 19-Jährige und sein zwei Jahre älterer Kumpan aus dem Lager. Zwei weitere Männer hatten inzwischen die Heckscheiben dreier Autos eingeschlagen. Alle vier flüchteten zusammen in einem Wagen. Jugendliche aus dem Camp konnten sich aber das Nummernschild merken.
Die 13-Jährige kam mit schweren Kopfverletzungen ins Krankenhaus von Schwalmstadt und musste von dort verlegt werden. Die vier Männer wurden noch am Sonntag festgenommen. Der mutmaßliche Haupttäter sitzt seit Montag in Untersuchungshaft. Ihm wird versuchter Totschlag und gefährliche Körperverletzung vorgeworfen.
Grüne und Linkspartei im Wiesbadener Landtag forderten nach dem Überfall "umfassende Gegenmaßnahmen". Die Grünen verlangten eine intensive Schulung der Polizisten und eine zentrale Stelle zur Bekämpfung des Rechtsextremismus in der Staatskanzlei.
Die Linken warfen Polizei und Landesregierung vor, die rechte Szene zu verharmlosen. Für die FDP hat hingegen der Fahndungserfolg gezeigt, dass die hessische Polizei auf dem rechten Auge alles andere als blind sei.
Die CDU nannte den Angriff "verabscheuungswürdig und nicht hinnehmbar", seine Instrumentalisierung durch die Linkspartei sei aber unwürdig und verwerflich.

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