Gießen (dpa) - Weil sie ein Versuchsfeld für genveränderte Gerste der Universität Gießen zerstört haben sollen, müssen sich zwei 27 und 44 Jahre alte Männer vor dem Amtsgericht Gießen verantworten.
Ihnen wird Sachbeschädigung und Hausfriedensbruch vorgeworfen. Sie sollen im Juni 2006 den Zaun um das Feld durchtrennt und Pflanzen herausgerissen haben. Laut Staatsanwaltschaft entstand dabei ein Schaden von rund 55.000 Euro.
Der 44 Jahre alte Gärtner ist zudem wegen Beleidigung angeklagt.
Er soll den Schriftzug "Rechtsbrecher und Innenminister, Kanzlei von Innenminister deckt Mörder" im November 2006 mit Kreide auf den Bürgersteig vor der Rechtsanwaltskanzlei des hessischen Innenministers Volker Bouffier (CDU) in Gießen geschrieben haben.
Zu Prozessauftakt machten die beiden Angeklagten keine Aussage.
Eine Polizeibeamtin berichtete als Zeugin, der Zaun um das Feld sei an vier Seiten durchgeschnitten gewesen, Pflanzen seien plattgetreten und herausgerissen worden.
Eine Überwachungskamera der Universität und mehrere Journalisten hatten die Aktion der selbst ernannten "Feldbefreier" auf Video aufgezeichnet.
Ursprünglich waren zwei weitere Gentechnikgegner wegen der Zerstörung des Feldes angeklagt worden. Gegen die Zahlung einer Geldbuße wurde das Verfahren gegen sie aber eingestellt.
Nach Angaben einer Gerichtssprecherin sieht der Strafrahmen bei Hausfriedensbruch und Sachbeschädigung eine Geldstrafe oder eine Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren vor. Der Prozess soll am kommenden Freitag fortgesetzt werden.

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