Der Prozess um den Neonazi-Überfall auf ein linkes Zeltlager in Nordhessen beginnt am 17. Dezember vor dem Kasseler Landgericht. Dem rechtsextremen Aktivisten Kevin S. droht damit nun auch eine Verurteilung wegen versuchten Mordes, wie ein Gerichtssprecher am Freitag mitteilte.
Die Staatsanwaltschaft hatte den 19-Jährigen zunächst nur wegen gefährlicher Körperverletzung angeklagt. Kevin S. hat zugegeben, bei dem Angriff am Neuenhainer See im Juli mit einer Glasflasche auf eine schlafende 13-Jährige eingeprügelt zu haben. Ihren zehn Jahre älteren Stiefbruder habe er mit einem Klappspaten geschlagen. Obwohl das Mädchen bei der heimtückischen Attacke lebensbedrohend verletzt wurde, hatte die Staatsanwaltschaft kein versuchtes Tötungsdelikt gesehen und deshalb nur Anklage beim Amtsgericht in Fritzlar erhoben. Das aber erkannte sehr wohl einen hinreichenden Tatverdacht für einen Mordversuch und erklärte sich deshalb für nicht zuständig. Das Kasseler Landgericht schloss sich nun dieser Sicht an und übernahm das Verfahren.
Zunächst sind sechs Verhandlungstage angesetzt. Verteidigt wird Kevin S. dabei von dem Rechtsanwalt und NPD-Funktionär Dirk Waldschmidt aus dem mittelhessischen Schöffengrund. jft

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