Verraten und verkauft. So fühlt sich der Kelsterbacher Reinhold Hörner in diesen Tagen. Von Fraport, Bürgermeister Manfred Ockel, der hessischen Politik, den Gerichten. "Ockel hätte bis zur Hauptverhandlung durchhalten müssen", sagt Hörner. Und erst danach dem Verkauf des Kelsterbacher Waldes zustimmen sollen.
Ohnehin habe sich die Stadt beim Kaufpreis über den Tisch ziehen lassen, glaubt er. 32 Millionen. Zu wenig. Für den im Eckpunktepapier der Stadt und Fraport genannten Schallschutz reiche das Geld nicht, glaubt er. Hörner ist Maschinenbauingenieur in Altersteilzeit. Hat früher bei Opel gearbeitet. Rund 600 Wohneinheiten hat er im Viertel Am Hasenpfad gezählt. Die für den dortigen Schallschutz vorgesehenen 15 Millionen Euro seien zu wenig für neue Fenster und Fassadendämmung für alle, rechnet er vor.
Flieger lassen Tore scheppern
Frankfurter Flughafen
Alles über den geplanten Flughafenausbau im Dossier: Wächst der Flughafen weiter?
Fotostrecke:
Kelsterbach: Dieser Wald soll fallen
Fotostrecke:
Kelsterbach: Dieser Wald soll fallen
Was hat er nicht alles versucht, um den Flughafenausbau zu verhindern? Der 59-Jährige gehört zu den Privatleuten, die im Klageverein "Institut zur Abwehr von Gesundheitsgefahren durch Lärm" klagen. Er war oft Gast im Regionalen Dialogforum, um die Verantwortlichen auf seine Bedenken aufmerksam zu machen. Er schreibt Briefe an den Wirtschaftsminister und den Ministerpräsidenten. Oft erhält er keine Antwort. Ob er bitter geworden sei? Darauf antwortet er nicht.
Auf dem Erörterungstermin im Planfeststellungsverfahren in Offenbach forderte er, die Bewohner des Viertels Am Hasenpfad umzusiedeln, falls sie dies wünschen. "Wir haben ein erhöhtes Absturzrisiko, mehr Schadstoffe, Lärm und eine verminderte Lebensqualität." Hörner würde sofort umziehen, obwohl er in Kelsterbach geboren und verwurzelt ist. Vielleicht nach Kelkheim, oder in eine ruhigere Kelsterbacher Gegend. Vom Bürgermeister fordert er, die Vergrößerung der Schallschutzmauer am Beginn der Startbahn-West in den Vertrag der Stadt mit Fraport aufzunehmen. Darin solle auch stehen, dass Piloten nicht mit Schubumkehr bremsen dürfen. Denn das verursache für 20 Sekunden einen Höllenlärm.
Hörner ist ein ordentlicher Mensch. Die Entwicklung des Flughafens hat er sauber dokumentiert. Er kennt die Airport-Vergangenheit und glaubt die Zukunft zu kennen: Fraport, sagt Hörner, kaufe die städtischen Grundstücke Im Taubengrund, um dort ein Terminal zu bauen.


Artikel kommentieren
Bookmark
Verlinken
















