Kein Zweifel, die Beschäftigung mit Klimaentwicklung und Wettervorhersage macht die vielen Gäste hungrig. In der Kantine des Deutschen Wetterdienstes (DWD) stehen Besucher für Currywurst, Spaghetti oder Kartoffelsalat an, während draußen eine Blaskapelle spielt.
Aus Sicht der Gastgeber ist der Tag der offenen Tür in der Offenbacher Zentrale des Deutschen Wetterdienstes ein voller Erfolg. Am Samstagabend wird Pressesprecher Gerhard Lux berichten, dass mindestens 4500 Besucher zu den zahlreichen Vorträgen in dem neuen Gebäude gekommen sind. "Wir sind sehr zufrieden mit dem großen Interesse", sagt Lux und lobt auch die etwa 60 DWD-Mitarbeiter, die dem interessierten Volk Rede und Antwort standen.
Mehr Interesse als erwartet
"Es ist unglaublich, wie sehr sich der Wetterdienst in den vergangenen Jahren gewandelt hat", sagt Hans Neumann aus Niederrad. Damit meint der Rentner indes nicht nur die technische Entwicklung von Computer- und Satellitensystemen; auch die Zuständigkeiten hätten enorm zugenommen, wundert sich der 73-Jährige bei seinem Rundgang. Wetterwarnungen für die Schifffahrt, Stadtplanung mit Schwerpunkt Klimawandel oder die genaue Beobachtung der Vegetation - all diese Arbeitsbereiche präsentieren die Mitarbeiter des DWD an diesem Samstag.
Beispielsweise Dirk Zinkhan von der Abteilung Flugmeteorologie. Er berichtet den neugierigen Zuhörern schon seit dem Morgen über die Bedeutung der Flugwettervorhersage, der zu beachtenden Sicht- und Wolkenuntergrenze. "Ich hätte nicht gedacht, dass sich so viele Leute für dieses Thema interessieren", räumt er ein. Zu den Gesprächspartnern gehörten auch viele Piloten, die regelmäßig vom Frankfurter Flughafen aus starten, "aber letztendlich kommen auch viele Leuten, die nichts mit der Luftfahrt am Hut haben."
Das breite Angebot, das von den insgesamt etwa 1000 Mitarbeiter in Offenbach sichergestellt wird - bundesweit sind es 2600 Beschäftigte - besteht tatsächlich nicht nur aus Wettervorhersage. Seit 2005 gibt der Wetterdienst auch regionale Hitzewarnungen heraus, die Zahl möglicher Todes- und Krankheitsfälle bei Hitze soll so verringert werden. Auch bietet der DWD Landwirten Hilfestellung an, etwa wenn es um die Suche nach günstigen Anbauflächen geht. In Zeiten des Klimawandels ändern sich die Bedingungen, beispielsweise was die Bewässerungsmöglichkeiten angeht.
Über das Thema "Klima und Zukunft" referiert daher etwa DWD-Klimaberater Joachim Schorlemmer. Dieses Thema beschäftige die Zuhörer nach wie vor, sagt der 55 Jahre alte Wissenschaftler. "Allerdings interessiert es die Besucher mittlerweile eher, wie sich sich auf mögliche Veränderungen einstellen können. Dass es einen Klimawandel gibt, steht für die meisten heute außer Frage", hat er beobachtet.
Auch die Bundeswehr, die eine 20-köpfige Abteilung beim DWD unterhält, gibt sich transparent. Informationen über das zu erwartende Wetter auf dem Balkan oder in Afghanistan - also dort, wo die deutsche Armee Erkundungsflüge unternimmt - werden mit den Experten des Wetterdienstes erörtert.
Doch natürlich versucht auch eine Behörde wie der Deutsche Wetterdienst außer der Eigenwerbung noch den einen oder anderen Vorteil für sich sicherzustellen.
So steht Marco Frech - von der DWD-Personalabteilung - mit einem Stand im Foyer und versucht Mitarbeiter zu rekrutieren. "Vor allem Informatiker werden bei uns immer benötigt", berichtet der 28 Jahre alte Mann. Weil Projekte kommen und gehen bestehe ein Bedarf von etwa 80 bis 100 Universitäts- oder FH-Abgängern im IT-Bereich.


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