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Kuriose Geschäfte

Auf den Hund gekommen

Von Dimitri Taube

Ein Leben ohne Möpse ist möglich, aber sinnlos. Loriot weiß das schon lange. Doch nicht nur Vicco von Bülow, der große Humorist, schätzt Möpse, sondern auch viele andere Hundehalter. Möpse liegen im Trend. Das jedenfalls beobachtet Daniela Herde bei ihrer Kundschaft. Der Mops, sagt sie, sei "marktführend". Zusammen mit dem Weimaraner.

Herde verkauft Luxusartikel für Hunde. "Landlord" heißt ihr Geschäft. Es liegt in der Wilhelmstraße. 2006 hat sie den Laden eröffnet. Viele Prominente gehören zu ihren Kunden. Auch Loriot. "Hundegeschäfte gibt es mittlerweile viele, aber ich war eine der ersten in Deutschland und die erste im Rhein-Main-Gebiet", sagt die Landlord-Geschäftsführerin.

Die Idee für den Laden hatte sie im Jahr 2005. Damals wünschten sich ihre beiden Kinder einen Hund. Daniela Herde entdeckte eine Marktlücke: Es fehlte ein Geschäft, das speziell für Hunde Lifestyle-Produkte anbot. Sie wollte das unbedingt ändern: "Bei mir gibt es Produkte mit guter Qualität. Sie sind optisch auf der Höhe der Zeit." Ihr Motto: Hund soll Hund bleiben - darf dabei aber gerne nett aussehen. Der Hund besitze heute eben einen anderen Stellenwert als früher.

Handgebackene Kekse


Bei ihr gibt es Betten, die Kuscheldonuts und Welpenkuschelnest heißen, fluffig und flauschig, weich und bequem. Herde bietet dazu die passenden Decken und Kopfkissen an. Außerdem verkauft sie Leinen und Luxushalsbänder in verschiedenen Modefarben; darunter weiche Elchlederhalsbände - "für den sportiven Typ", wie sie sagt.

Die Halsbänder kosten zwischen 25 und 100 Euro, die Betten fangen mit dem "Welpenkuschelnest" bei 39,90 Euro an. Das teuerste kommt auf 329 Euro. Ein Teil ihres Geschäfts läuft über das Internet (www.poochy.de). So gewinnt Daniela Herde bundesweit Kunden. Sie möchte Hund und Halter glücklich machen, sagt sie. Mit Spielzeug, Reisetaschen, Pflegeprodukten. Luxusnäpfe hat sie ebenfalls im Angebot, teils mit Platin überzogen. Und eine Hamburger Hundebäckerei liefert extra handgebackene Hundekekse. Die sind der Renner.

Auch Mäntel und Pullover von Designerstars wie Inès de la Fressange finden sich, allerdings erst ab Herbst. Im Sommer lehnt sie Hundebekleidung "aus ethischen Gründen" ab. Überhaupt: "Ob Mützen, Sonnenbrillen oder Gummistiefel - was Hund nicht gerne trägt, gibt-s bei mir auch nicht." Und woher weiß sie, was Hund will? "Ich fühle mich in Hund und Halter hinein", sagt sie, "um herauszufinden, welcher Typ da vor mir steht". Daniela Herde sieht noch viel Nachholbedarf in Sachen Trends. Im Ausland seien die Anbieter kreativer und innovativer. Deshalb importiert sie viel. Aus Brüssel, London, den USA. "Bei mir sieht man, was gerade neu ist." Sie ist oft unterwegs, vor allem auf Messen, wie zum Beispiel in New York. Wirtschaftskrise? Die spüre sie nicht, sagt Herde.

Der Markt boomt. Der moderne Hund muss schick sein, Designerware tragen. Und Frauchen und Herrchen zahlen offenbar gerne. Herde: "Ich bin nicht teurer als die Konkurrenz", sagt sie; "wären meine Produkte teuer, würden die Leute woanders Kopien kaufen, die ähnlich aussehen".

Daniela Herde hat selbst einen Glatthaar-Jack-Russel, sie stammt aus einer hundeverrückten Familie. Sie betont aber: "Ich bin keine schrullige Tante, die den Hund als Babyersatz betrachtet."
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Dokument erstellt am 24.07.2009 um 13:48:02 Uhr
Letzte Änderung am 30.07.2009 um 17:42:09 Uhr
Erscheinungsdatum 25.07.2009 | Ausgabe: r1nw
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