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15. Oktober 2012

Buchmesse endet: Viel Prominenz zum Abschied 2012

 Von Claus-Jürgen Göpfert
In den Messehallen drängen sich die Menschen am letzten Tag der Buchmesse.  Foto: peter-juelich.com

280.000 Menschen kommen bis Sonntagnachmittag zur Buchmesse. Die letzten Stars und B-Prominenten treten am Wochenende auf, an den Ess-Buden gibt's keine Brötchen mehr. Die letzten Stunden der Buchmesse sind ein einziges Gedränge - und jeder will noch eine Neuerscheinung ergattern.

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Schluss. Aus. Vorbei. Die letzten Minuten der 64. Frankfurter Buchmesse. Sonntagnachmittag. Draußen vor dem Eingang verpackt der Antiquar vom Bodensee seine Schätze. „Das Wetter war besser als befürchtet und der Umsatz auch.“ Drinnen gilt: „Was raus ist, ist raus“, so die Verlags-Frau am Bertelsmann-Stand. Am letzten Tag wandelt sich die Messe zur größten Buchhandlung der Welt: Allein 90.000 Neuerscheinungen warten. Die Leute kaufen, was das Zeug hält, drängen sich um die Regale. Krimis und Kochbücher: Das sind die Favoriten.
Die letzten Stars und B-Prominenten treten auf. Auch am FR-Stand in der Halle 3. Edzard Hüneke von den „Wise Guys“ greift zur Gitarre. „Jetzt ist deine Zeit“ heißt der Titel seines gedruckten Werkes. Nur wenig weiter, im Forum, warnt Denis Scheck vor den „Promi-Büchern: Die sind meine Lieblingsfeinde“. Der Literaturkritiker spricht vom „Zombie-Buch“ und nennt als Beispiel „Zu Gast bei prominenten-Hunden“. Riesengelächter im Rund. Aber das Buch gibt es wirklich.

280.000 Menschen kommen bis Sonntagnachmittag zur Buchmesse, so viele wie im Vorjahr. Der Samstag ist der heftigste Tag. Kein Durchkommen gibt es mehr in den Hallen. Irgendwann müssen die Rolltreppen gestoppt werden. Dann melden erste Ess-Buden: Keine Brötchen mehr, nur noch Bratwurst. Aber auch nur für die, die viel Zeit mitbringen.

Bei den Promis am Samstag gibt es eindeutig ein Überangebot. Bundespräsident Joachim Gauck kommt zum Blitzbesuch: 60 Minuten. In dieser Zeit schafft er es irgendwie, sich bei Suhrkamp mit Geschäftsführer Thomas Sparr und Autor Stephan Thome über den Konfuzianismus und Uwe Tellkamps „Der Turm“ zu unterhalten sowie beim Unionsverlag über den Literaturnobelpreisträger Mo Yan und die politische Lage in China zu sprechen. Gauck ist ein Phänomen.

Riesenbahnhof am Samstag für Schauspielerin Martina Gedeck und ihren Film „Die Wand“, die Verfilmung des Buches der österreichischen Schriftstellerin Marlen Haushofer. Bisher galt es als unverfilmbar. Eine Frau findet sich in einem Alpental plötzlich hinter einer gläsernen, unsichtbaren Sperre gefangen. Gedeck erhält großen Applaus für ihre Kritik, dass „viele Filme viel zu dialoglastig sind“. In „Die Wand“ empfindet sie „das große Privileg, stumm spielen zu können.“ Am Abend ist sie umjubelter Gast im „Cinema“-Kino in der City und erinnert an ihre Anfänge am Theater am Turm in Frankfurt.

So erobert die Buchmesse am Wochenende auch die Stadt. Gedränge gibt es bei „Open Books“ im Kunstverein und im Haus des Buches, wo der 85-jährige Martin Walser einen unglaublich lebendigen und präsenten Auftritt hat. An der Hauptwache bietet das „City Forum pro Frankfurt“ am Samstag und am verkaufsoffenen Sonntag ein Kultur-Programm des Buchmessen-Ehrengasts Neuseeland auf der Open-Air-Bühne.

Viele politische Diskussionen sind gut besucht. Zum Beispiel, als Jörg Hafkemeyer am Sonntag seine Biografie des 90-jährigen Egon Bahr, des Mit-Architekten der Ostpolitik, vorstellt. „Die Buchmesse ist ein Stück weit politischer geworden“, urteilt Sprecherin Katja Boehne. Das zeige sich bei den Buchmesse-Talks, wo es um Europa und Politikvermittlung ging, aber auch beim „Weltempfang“ der Messe, wo die Region Subsahara unter politischen und kulturellen Aspekten unter die Lupe genommen wurde.

Schließlich gebe es „ein deutlich gesteigertes Interesse im Publishing an politischen Sachverhalten.“ China habe „sicherlich im Zentrum der politischen Debatte gestanden“. Längst spiegeln sich die politischen Kämpfe aber auch in der Welt der Comics. Carlsen präsentiert in der Halle 3 einen vielbeachten Band mit dem Titel „Kriegszeiten“ über den 11. September 2001 und die Folgen. Er endet mit dem Satz: „Der Krieg in Afghanistan ist verloren.“

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