Die 63. Frankfurter Buchmesse steht nach den Worten ihres Direktors Juergen Boos ganz im Zeichen des „Aufbruchs im Mediensektor“. „Die Branche setzt sich gerade ganz neu zusammen“, sagte Boos vor der offiziellen Eröffnung der Buchmesse am Dienstag in Frankfurt am Main. Vor allem aufgrund der zunehmenden Digitalisierung der Literaturproduktion entstünden neue Segmente.
Der Vorsteher des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, Gottfried Honnefelder, mahnte in dem Zusammenhang zur Achtung des Urheberrechts. Bereits 60 Prozent aller in Deutschland genutzten E-Books würden illegal heruntergeladen, sagte er.
Mit insgesamt 7384 Ausstellern aus rund 100 Ländern startet die 63. Frankfurter Buchmesse an diesem Mittwoch. Damit liegt die Zahl der Anbieter leicht unter dem Vorjahresniveau, wie der Börsenverein des Deutschen Buchhandels am Dienstag in Frankfurt mitteilte. Wichtigstes Thema ist der digitale Wandel. Auf der Messe werden multimediale Anwendungen - zum Beispiel für das elektronische Buch - im Zentrum stehen. Insgesamt werden auf der Messe mit ihren mehr als 3000 Veranstaltungen und rund 1000 Autoren fast 300.000 Besucher erwartet. Am Wochenende ist auch das allgemeine Publikum zugelassen.
Zur Eröffnung der Messe am Dienstagabend sprechen Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) und der isländische Präsident Ólafur Ragnar Grímsson. Buchmessen-Ehrengast Island bringt 38 Autoren und 203 Neuerscheinungen mit. Island ist bisher das kleinste Land, das seine Literatur und Kultur auf der weltgrößten Bücherschau präsentiert.
Haushalte kaufen im Jahr für 400 Euro Lesestoff
Printerzeugnisse wie Zeitungen, Zeitschriften und Bücher stehen trotz des Internets weiter hoch im Kurs. Jeder private Haushalt in Deutschland gibt pro Jahr durchschnittlich rund 400 Euro für Gedrucktes aus; diese Summe ermittelte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden für das Jahr 2009. Sie ist seit mindestens 2003 unverändert, wie ein Sprecher am Dienstag erläuterte.
Der Betrag entspreche 14 Prozent der 2766 Euro, die Haushalte im Durchschnitt pro Jahr für Freizeit, Unterhaltung und Kultur ausgeben, berichtete das Bundesamt zu Beginn der Frankfurter Buchmesse.
Bücher wie Romane, Sach-, Kinder- und Lehrbücher machten zusammen 148 Euro pro Haushalt aus. Für Zeitungen und Zeitschriften gab ein Durchschnittshaushalt 219 Euro aus. Andere Druckerzeugnisse wie Poster, Kalender und Grußkarten schlugen mit 31 Euro zu Buche. (dpa/dapd)
Unser Literatur-Magazin zur Buchmesse gibt’s jetzt auch als multimediale App fürs iPad - mit Videos, Hör- und Leseproben.
Messetage: Die Frankfurter Buchmesse ist von Mittwoch, 12., bis Freitag, 14. Oktober für das Fachpublikum geöffnet. Am Wochenende sind auch Privatbesucher willkommen.
Öffnungszeiten: 9 bis 18.30 Uhr (Sonntag nur bis 17.30 Uhr).
Preise: zwischen zehn Euro für eine Tageskarte (Privatbesucher, ermäßigt mit RMV-Ticket) bis zu 40 Euro für Fachbesucher am Kassenverkauf. Für eine nichtermäßigte Tageskarte für Privatbesucher sind 15 Euro fällig.
Die Frankfurter Rundschau finden Sie auf der Buchmesse in Halle 3.0, Stand E170. Wir bieten tägliche Autorengespräche - und sind immer um 13 Uhr zu Gast im Lesezelt. Rufen Sie hier unser komplettes Programm im PDF-Format ab.