Wer jemals Eric Rohmers legendäre Verfilmung der „Marquise von O…“ gesehen hat, bekommt sie nicht mehr aus dem Kopf. Der hohe Ton, den Edith Clever und Bruno Ganz in den Hauptrollen anstimmen, die exquisite Gestaltung der Räume und Kostüme, schließlich die werktreue Verneigung vor der Novelle von Heinrich von Kleist (1777-1811) – all dies sorgt dafür, dass die Filmbilder bei jeder neuerlichen Lektüre vor dem inneren Auge ablaufen.
Nun gibt es beides zusammen – den klassischen Text über Emanzipation, Ehrlichkeit und Moral auf der einen und die Filmbilder von Eric Rohmer (1920-2010) auf der anderen Seite. Zwar sollte man nicht so weit gehen, wie es im Nachwort geschieht, nämlich „ein Buch neuen Typs“ zu feiern. Doch liegt hier eine feine Ausgabe vor, deren Bildauswahl tatsächlich einen sehr sinnlichen Eindruck von der vielfach ausgezeichneten französisch-deutschen Filmproduktion aus dem Jahre 1976 gewährt.
Sie macht Lust auf beides: Auf den Film und auf die Literatur – also auf die starke Geschichte der Marquise, die nicht weiss, wie ihr geschieht. Sie wird schwanger, ohne zu ahnen, wer der Vater sein könnte. Das war selbst in jenen Zeiten erstaunlich, als die Damen noch des öfteren in Ohnmacht fielen. Daher geht es hier um eine „Überirdische“, einen „Engel“ und „Teufel“ und eine ganz, ganz große Liebe. M.Oe.
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Messetage: Die Frankfurter Buchmesse ist von Mittwoch, 12., bis Freitag, 14. Oktober für das Fachpublikum geöffnet. Am Wochenende sind auch Privatbesucher willkommen.
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