Frankfurter Buchmesse
Die Frankfurter Buchmesse ist das Literatur-Großereignis. Ehrengast ist Brasilien.

13. Oktober 2012

Joachim Gauck auf der Buchmesse: Gauck spricht mit Verlegern und Autoren

Bundespräsident Joachim Gauck unterhält sich bei seinem Besuch auf der Buchmesse in Frankfurt am Stand des Suhrkamp-Verlags mit Autor Stephan Thome (l) und dem stellvertretenden Verlagsleiter Thomas Sparr. Foto: dpa

Endspurt auf der Buchmesse. Auch der Bundespräsident konnte sich davon überzeugen, dass es auf der weltgrößten Bücherschau lebhaft zuging.

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Geschiebe in den Hallen, minutenlange Wartezeiten vor Rolltreppen: Die Frankfurter Buchmesse hat am Sonnabend einen Ansturm des Lesepublikums erlebt. Unter den Gästen war auch Bundespräsident Joachim Gauck. Er besuchte den Stand vom Zürcher Unionsverlag, der den chinesischen Literaturpreisträger Mo Yan im Programm hat.

Bundespräsident Joachim Gauck hat Gespräche mit Verlegern und Autoren geführt. Am Stand von Suhrkamp unterhielt er sich mit Geschäftsführer Thomas Sparr und dem Schriftsteller Stephan Thome („Fliehkräfte“), der für die Shortlist des Deutschen Buchpreises nominiert war.

Gauck habe sich erkundigt, wie Suhrkamp nach seinem Umzug von Frankfurt nach Berlin aufgestellt sei, sagte der im Verlag publizierende Thome. Man habe auch über die Verfilmung des Romans „Der Turm“ von Uwe Tellkamp gesprochen, die Gauck sehr gefallen habe. Es sei außerdem um die Lage in China gegangen, sagte Thome der Nachrichtenagentur dpa, der selbst jahrelang in Taiwan gelebt hat. Man habe darüber diskutiert, inwieweit der Konfuzianismus mit der Idee der Demokratie vereinbar sei.

Da die Messe am Samstag für das allgemeine Publikum geöffnet war, kamen viele Besucher, die von Gaucks Besuch überrascht waren, nah an den Bundespräsidenten und seine Gattin heran.

Situation im Handel nicht rosig

Nach einer dpa-Umfrage sind die Verlage trotz der schwierigen Situation auf dem deutschen Buchmarkt für den Jahresendspurt optimistisch - viele haben für das wichtige Weihnachtsgeschäft bestsellerverdächtige Autoren im Programm.

Übereinstimmend sprechen Publikumsverlage von einer lebhaften Frankfurter Buchmesse. Es zeichnet sich zugleich einen Trend zu hochwertig ausgestatteten Büchern ab, um den Umsatzschwund im stationären Buchhandel zu bremsen.

„Es ist ein schwierigeres Jahr als 2011“, sagt der Sprecher der Verlagsgruppe S. Fischer, Martin Spieles. Beim Umsatz sei es für den Verlag schwierig, an die Rekorde der vergangenen Jahre anzuknüpfen. „Wir hoffen auf den Endspurt im Weihnachtsgeschäft.“ Es ist eine Tragödie, dass es wahnsinnig viele gute Bücher gibt, aber die Leserschaft nicht weiter wächst“, stellt Hanser-Verleger Michael Krüger fest. Die Situation im Handel sei nicht rosig.

An den ersten drei Fachbesuchertagen hat die Buchmesse einen Besucherrückgang verzeichnet. Insgesamt wurden 146.187 Menschen gezählt. Das waren 1,6 Prozent weniger als im Vorjahr, wie die Organisatoren berichteten.

Zufrieden zeigte sich Buchmessen-Ehrengast Neuseeland. „Wir haben alles erreicht, was wir uns vorgenommen haben“, sagte der neuseeländische Verlegerpräsident Kevin Chapman. Man habe in Frankfurt beweisen wollen, dass das Land mehr ist als Berge und Maori. 80 Autoren seien nach Deutschland gekommen und 100 Bücher ins Deutsche übersetzen worden. (dpa)

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Literatur

Bücher aus Brasilien bleiben auch nach der Buchmesse spannend. Eine Auswahl des FR-Feuilletons.