Vergesst Leipzig! So langsam mögen Carolina Romahn, Sonja Vandenrath und Silke Hartmann den Vergleich mit der Frühjahrsbuchmesse nicht mehr hören. Gewiss, die sächsische Bücherstadt hat 2011 das 20-jährige Bestehen ihres großen Festes „Leipzig liest“ gefeiert. Doch die Frankfurter halten selbstbewusst dagegen: Wir haben unser „Open Books“. Zum dritten Mal präsentiert sich der von der Stadt organisierte literarische Veranstaltungsreigen rund um die Frankfurter Buchmesse – vielfältiger und größer als je zuvor.
Carolina Romahn, die Leiterin des Kulturamtes, verweist stolz auf 125 Schriftstellerinnen und Schriftsteller, die 104 Veranstaltungen bestreiten. Sonja Vandenrath, die Literaturbeauftragte der Kommune, freut sich über das „Blaue Sofa“. Zum ersten Mal ist es gelungen, dieses seit 1999 eingeführte Markenzeichen, hinter dem unter anderem das ZDF steht, für Open Books zu gewinnen.
Mehr als 60 Verlagshäuser aus Frankfurt, Deutschland, Österreich und der Schweiz beteiligen sich an „Open Books“ vom 11. bis zum 15. Oktober.
In der Evangelischen Stadtakademie treten isländische Autoren wie Kristof Magnusson und Kristin Steinsdottir auf. Ins Haus am Dom kommen etwa Klaus Wowereit oder Lothar Gall.
Im Frankfurter Kunstverein sind Volker Braun und Wolf Biermann angekündigt sowie Tanja Kinkel, Jan Weiler, Andreas Maier und Doris Dörrie.
Infos: www.openbooks-frankfurt.de
Mit dem „Blauen Sofa“, auf dem die angesagten Autorinnen und Autoren sitzen, wird in diesem Jahr „Open Books“ eröffnet, am Dienstag, 11, Oktober, um 20 Uhr im Chagall-Saal des Frankfurter Schauspiels.
Literarische Schwergewichte nehmen dort Platz: Boualem Sansal, der diesjährige Träger des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels. Janne Teller, die ebenso charismatische wie umstrittene dänische Kinderbuchautorin. Steinunn Sigurðardóttir, seit zwei Jahrzehnten die literartische Botschafterin Islands – das in diesem Jahr der Ehrengast der Frankfurter Buchmesse ist. Und schließlich Vera von Lehndorff, in den 60er und 70er Jahren das große Fotomodell „Veruschka“ – gerade hat die Adlige, die um ihr ostpreußisches Erbe kämpft, im Dumont Verlag ihre Autobiografie veröffentlicht.
Für Silke Hartmann, die Projektkoordinatorin von „Open Books“ ist das nur der glanzvolle Auftakt. Sie legt besonderen Wert auf die Atmosphäre des großen Literaturfests. Zum Beispiel im Frankfurter Kunstverein am Römerberg: Hier ist der Auftritt der deutschsprachigen Belletristik. Dort herrscht Atelier-Flair, flankiert von den aktuellen Ausstellungen des Kunstvereins: „Grenzen anderer Natur – zeitgenössische Fotokunst aus Island“ und „Ragnar Kjartansson: Endlose Sehnsucht, ewige Wiederkehr“.
Nur wenige Meter sind es von dort zur Evangelischen Stadtakademie Römer 9 am Römerberg – dem Ort für die internationale Literatur. Natürlich gehört der Schwerpunkt hier dem Ehrengast Island.
Und schließlich flanieren die Literatur-Liebhaberinnen und Liebhaber zum nahen Haus am Dom. Und finden dort das Sachbuch-Programm. Wem vor lauter Büchern Hören und Sehen vergangen ist, dem hilft die „Open Party“ am 15. Oktober im Literaturhaus. Unter dem Motto „Literatur legt auf“ stehen dort wieder Repräsenten des Buchbetriebes am DJ-Pult.
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Messetage: Die Frankfurter Buchmesse ist von Mittwoch, 12., bis Freitag, 14. Oktober für das Fachpublikum geöffnet. Am Wochenende sind auch Privatbesucher willkommen.
Öffnungszeiten: 9 bis 18.30 Uhr (Sonntag nur bis 17.30 Uhr).
Preise: zwischen zehn Euro für eine Tageskarte (Privatbesucher, ermäßigt mit RMV-Ticket) bis zu 40 Euro für Fachbesucher am Kassenverkauf. Für eine nichtermäßigte Tageskarte für Privatbesucher sind 15 Euro fällig.
Die Frankfurter Rundschau finden Sie auf der Buchmesse in Halle 3.0, Stand E170. Wir bieten tägliche Autorengespräche - und sind immer um 13 Uhr zu Gast im Lesezelt. Rufen Sie hier unser komplettes Programm im PDF-Format ab.