Der Weg von der Film-Idee zum fertigen Werk ist ein notorisch beschwerlicher. Weshalb sich cinephile Diskussionen oft um die großen „Was wäre, wenn?“-Projekte drehen: Orson Welles’ „Don Quixote“, Coppolas „Megalopolis“ und nicht zuletzt Stanley Kubricks Drei-Stunden-Epos über Napoleon, das der Regisseur nie realisiert hat.
Diese wohl größte Lücke der Filmgeschichte hat der der Taschen-Verlag vor zwei Jahren mit einer monumentalen, rund neun Kilo schweren Ausgabe zu füllen versucht. Die nun erschienene Faksimile-Ausgabe kann da nicht mithalten, ist dafür aber auch rund 1 450 Euro günstiger – und bietet auch das komplette Puzzle-Set für den besten Film, der nie gedreht wurde: Sämtliche Interview-Aussagen des Meisterregisseurs zum Projekt, das Drehbuch (nur im englischen Original) und zahlreiche Aufnahmen von Kostümproben, historische Kupferstiche und Ölgemälde.
Alison Castle: Stanley Kubrick – Napoleon: The Greatest Movie Never Made. Taschen, Köln 1112 Seiten, 49,90 Euro.
Auch Kubricks Recherchewut war von epischen Ausmaßen. Tatsächlich fand sich kein Kubrick-Projekt im Nachlass des Regisseurs so umfassend dokumentiert wie dieser Geist von einem Film. Schön, dass man ihn nun noch lange im Kopf herumspuken lassen darf. (cbo)
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Öffnungszeiten: 9 bis 18.30 Uhr (Sonntag nur bis 17.30 Uhr).
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