Aktuell: FR-Recherche: Medikamententests an Heimkindern | Zuwanderung Rhein-Main | Fotostrecken | Polizeimeldungen
Möchten Sie zur mobilen Ansicht wechseln?
Ja Nein

Frankfurter Buchmesse
Die Frankfurter Buchmesse ist das Literatur-Großereignis. Ehrengast 2016: Niederlande und Flandern.

11. Oktober 2012

Neue Medien für Kinder: Kitzelige Prinzessin

 Von Von Falk Ruckes
Ronja Wiedeking präsentiert die Kinderbuch-Apps.  Foto: Peter Jülich

Lesen mit allen Sinnen: Kinder und Jugendliteratur ist Schwerpunkt bei der Buchmesse. Gedrucktes besteht neben multimedialen Angeboten, unterrichtet wird in 3D und Fantasy ist nicht mehr so gefragt.

Drucken per Mail

Der ist sooo weich!“, quiekt das kleine Mädchen vergnügt, als es kräftig auf dem Kopf der Fingerpuppe herum drückt, der aus der Mitte des Kinderbuches „Mein Regenbogenfisch“ herausragt. Nur mit Mühe kann ihre Mutter sie von der begehrten Lektüre losreißen und sie dazu bewegen, endlich zum nächsten Stand weiterzugehen: „Wenn wir daheim sind, kaufen wir dir das.“, versichert sie etwas angestrengt.

Die Szene auf der Buchmesse beweist, dass auch in Zeiten von E-Book, Smartphone und App das Buch aus Papier nichts von seinem Zauber verloren hat. „Trotz der digitalen Revolution werden gedruckte Kinderbücher bleiben“, ist sich Ronja Wiedeking von pikcha.tv sicher. „Gedruckte Bücher kann ich sehen, riechen und fühlen. Die Haptik ist nicht zu ersetzen. Es hat eine eigene Wertigkeit, dass alle Sinne angesprochen werden.“

Pikcha.tv bietet verschiedene digitale Lösungen für Kinderbuch-Verlage an, wie beispielsweise eine App, die es möglich macht, Bilderbuchfilme vom „kleinen Raben Socke“ oder „Käpt'n Sharky“ auf einem Tablet-PC anzusehen. Doch das Unternehmen versteht sich genau wie vergleichbare Anbieter nicht als Konkurrent des gedruckten Buches: „Eine App setzt bei einem bekannten Buch an, aber ersetzt es nicht - sondern vertieft es.“

So zum Beispiel in der App zum träumerischen Kinderbuch „Die große Wörterfabrik“. Während die Druckfassung die Geschichte einer Welt erzählt, in der Wörter nur gegen teueres Geld gekauft werden können, müssen Kinder in der App-version selber Wörter in einem Buchstabensalat finden und daraus eigene kleine Texte zusammensetzen.

Auch bei anderen Verlagen tummeln sich altbekannte Romanfiguren in neuen virtuellen Welten. Am Stand der Oetinger Verlagsgruppe können an der Tablet-Station Abenteuer mit Pippi Langstrumpf erlebt werden und bei Carlsen wird mit „Pip und Posy“ Memory gespielt oder es werden per Fingerdruck Puzzles zusammengesetzt. Doch auch die E-Book-Version bekannter Bilderbücher bietet mehr als schnödes Blättern: Hier funkelt das Sonnenlicht, das durchs Schlossfenster fällt, dem User als glitzernde Animation ätherisch entgegen. Die Königstochter zappelt aufgeregt umher, wenn das Tablet berührt wird, so als würde sie ordentlich durchgekitzelt. Und der Piratenbande von Tigerbooks kann zugeschaut werden, wie sie in See sticht.

Neben den kleinen Animationen sind Soundeffekte ein weiteres Gimmick der Kinder-E-Books: Wer beispielsweise zur Seite im Märchenwald blättert, hört Vogelgezwitscher, wenn er die Amsel antippt, die auf einem Ast sitzt. Auch kann sich das Kind aussuchen, ob es gerne den Text selber liest oder ihn sich vom Tablet vorlesen lässt. Sogar die Stimme der vorlesenden Mama läßt sich aufnehmen und immer wieder abspielen.

„Eigentlich sind das alles keine neuen Sachen. Es gab schon vorher Hörspiele, Computerspiele und Zeichentrickfilme. Apps und E-Books sind lediglich eine mediale Konzentration“, sagt Martina Lenhardt von Zuuka, einem weiteren Anbieter digitaler Lösungen für Kinderbücher.
Der Kampf zwischen gedruckten Buchstaben und virtuellem Text scheint vorüber. Auch die internationalen Verleger betonen bei Diskussionsrunden, dass es keine „Competition“, also keinen Wettbewerb zwischen den Branchen gebe. „Die Verlage haben verstanden, dass App und E-Book Kinder spielerisch zum Lesen animieren können.“, so Lenhardt.

[ Hat Ihnen der Artikel gefallen? Dann bestellen Sie gleich hier 4 Wochen lang die neue digitale FR für nur 5,90€. ]

Zur Homepage

Anzeige

comments powered by Disqus

Anzeige

Dossier

Frankfurter Buchmesse 2016

Unser Paket zur Frankfurter Buchmesse:

Dossier-Übersicht - alles auf einen Blick
Hintergrund - laufende Berichterstattung
Niederlande und Flandern - rund um die Gastländer 2016
Buchmesse kompakt - Öffnungszeiten, Preise, Promis und Programm 2016
Buch-Rezensionen des FR-Feuilletons


Dossier als Feed abonnieren
Info
Frankfurter Buchmesse

Die Frankfurter Buchmesse 2016 ist von 19. bis 23. Oktober für das Fachpublikum geöffnet. Am Wochenende, 22. und 23. Oktober, sind auch Privatbesucher willkommen.

Beilage

Literatur-Rundschau

Der Bücher-Herbst 2016

Achtung Holländer! Autor Marc Reugebrink über das schwierige Verhältnis zwischen Niederländern und Flamen.
Die Liebenden: Brigitte Kronauers betörender Roman „Der Scheik von Aachen“ über Liebe, Tod und Schuld.
Die Geister: Nathan Hills grandios komponierter Familienroman ohne Familie.
Die Rassisten: Rebekka Habermas über einen vergessenen Skandal in Deutsch-Togo.

Übersicht - alle Rezensionen der Literatur-Rundschau 2016 auf einen Blick

Komplette Zeitungs-Beilage vom 18. Oktober im PDF-Format.


Dossier als Feed abonnieren
Info

Buchmesse in Frankfurt

Buchmesse 2016 auf einen Blick

Von  und  |
Ein Mitarbeiter eines Reisebuchverlages stapelt  in Frankfurt am Main (Hessen) auf der 67. Buchmesse seine Reiseführer in alphabetischer Reihenfolge.

Was kostet die Tageskarte? Und wer ist Ehrengast? Die wichtigsten Daten und Fakten zur Frankfurter Buchmesse im Überblick. Mehr...

Frankfurter Buchmesse

Die FR auf der Buchmesse 2016

Auch im Jahr 2016 ist die Frankfurter Rundschau mit einem Stand auf der Buchmesse vertreten. Sie finden uns in Halle 3.1., Stand C48. Ein Blick auf das Programm. Mehr...

Anzeige