Mindestens 24 Schriftsteller und Journalisten sind nach Angaben des PEN-Zentrums im ersten Halbjahr dieses Jahres weltweit ermordet worden. Elf weitere Autoren sind in diesem Zeitraum „verschwunden“, wie die Schriftstellervereinigung am Donnerstag auf der Frankfurter Buchmesse bekannt gab. Zudem seien 176 Schriftsteller inhaftiert worden.
Die Zahlen seien möglicherweise noch viel zu niedrig, sagte der Generalsekretär des deutschen PEN-Zentrums, Herbert Wiesner. Er sprach von einer „hohen Dunkelziffer“. Besonders dramatisch sei die Lage in China. „China lässt uns nicht los“, sagte der PEN-Generalsekretär. Er erinnerte an das Schicksal des inhaftierten Nobelpreisträgers Liu Xiaobo. „Wenn wir nichts tun, wird dieser Mann weiter neun Jahre in Gefangenschaft sitzen“, sagte Wiesner. Und danach werde Liu Xiaobo nicht mehr der gleiche Mensch sein.
Aufmerksamkeit schaffen
Deshalb habe der PEN-Kongress beschlossen, eine Delegation nach China zu schicken, um den Schriftsteller und seine unter Hausarrest stehende Frau zu besuchen. „Wir wollen mit einer internationalen Kommission ins Gefängnis gehen und damit ein Zeichen setzen.“ Allerdings räumte er ein: „Ob wir fahren, ist höchst ungewiss.“ Doch auch wenn der Besuch verboten werde, lenke diese Nachricht erneut Aufmerksamkeit auf das Thema.
Auch in Weißrussland werden Schriftsteller verfolgt. Der Präsident des dortigen PEN-Zentrums, Andrej Khadanovich, berichtete von der schwierigen Situation in seinem Land. So sei der Dichter und oppositionelle Präsidentschaftskandidat Wladimir Nekljajew im Dezember nach den Wahlen als Redner zur Demonstration in Minsk erwartet worden. Auf dem Weg dorthin sei er mit seinem Auto angehalten und von einer Gruppe Männer brutal zusammengeschlagen worden, berichtete Khandanovich. Anschließend sei er unter Hausarrest gestellt worden. Dank internationaler Solidarität sei Nekljajew befreit worden.
Buchmesse ist Raum zum Erzählen
In Ägypten ist die Lage ebenfalls weiter kritisch. Der Direktor der Frankfurter Buchmesse, Juergen Boos, berichtet, dass die ägyptischen Verleger diesmal in Frankfurt nur ein Thema hätten: „Sie wollen nur darüber reden, was im Januar passiert ist.“ Die Arabische Revolution sei das wichtigste Thema. Dabei gelte es zu betonen, dass dort noch kein stabiler Zustand erreicht sei, „im Gegenteil“, betonte Boos. Deshalb gehe es auf der Buchmesse auch darum, den Menschen Raum zum Erzählen zu lassen, um das Thema am Leben zu halten.
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Messetage: Die Frankfurter Buchmesse ist von Mittwoch, 12., bis Freitag, 14. Oktober für das Fachpublikum geöffnet. Am Wochenende sind auch Privatbesucher willkommen.
Öffnungszeiten: 9 bis 18.30 Uhr (Sonntag nur bis 17.30 Uhr).
Preise: zwischen zehn Euro für eine Tageskarte (Privatbesucher, ermäßigt mit RMV-Ticket) bis zu 40 Euro für Fachbesucher am Kassenverkauf. Für eine nichtermäßigte Tageskarte für Privatbesucher sind 15 Euro fällig.
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